ANZEIGE// Der Fachkräftemangel wird für hiesige Unternehmen zunehmend spürbar. Eine Initiative, die der Landkreis Wittmund unterstützt, will qualifizierte Auszubildende und Fachkräfte aus dem Ausland rekrutieren. Noch in diesem Jahr sollen junge Menschen aus Kenia, Indonesien und Argentinien eine Berufsausbildung im Landkreis aufnehmen.

Das Projekt basiert auf Kooperationen mit Sekundarschulen und Universitäten vor Ort und richtet sich gezielt an Bewerberinnen und Bewerber mit nachgewiesenem Interesse und Vorqualifikationen in gefragten Berufsfeldern wie Pflegefachfrau/-mann, Elektroniker/in, Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Hotelfachfrau/-mann. Alle Teilnehmenden verfügen bereits mindestens über Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 und sind damit vom ersten Tag an im Betrieb einsetzbar.

Projekt gegen Fachkräftemangel im Landkreis Wittmund

Landrat Holger Heymann begrüßt diese Initiative ausdrücklich: „Der Fachkräftemangel ist eine der drängendsten Herausforderungen für Betriebe in unserem Landkreis. Mit diesem Projekt haben Unternehmen die Chance, strukturiert und professionell begleitet internationale Nachwuchskräfte aufzunehmen – in Berufen, in denen der Bedarf besonders groß ist.“

Initiiert wurde das Projekt von Dr. Reinhard Aulke, habilitierter Erziehungswissenschaftler und ehemaliger Schulleiter der KGS Wittmund. Als Pensionär ist er heute als Hochschuldozent an der Universität Kassel tätig und hält einen Lehrauftrag an der Tharaka University in Kenia. Aus seiner jahrelangen internationalen Vernetzung als Schulleiter und darüber hinaus ist das Projekt entstanden.

„Mein Ziel ist es, hochmotivierten jungen Menschen einen niedrigschwelligen Weg nach Ostfriesland zu eröffnen – für eine fundierte Berufsausbildung und eine echte Perspektive.“ Dass das funktioniert, zeigt das Beispiel einer jungen Frau aus Kenia, die seit 2025 in einem Fachbetrieb in Esens erfolgreich ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft absolviert.

Betriebe, die am Programm teilnehmen, erhalten mit den Auszubildenden aus Übersee engagierte und fachlich vorbereitete Nachwuchskräfte – und sie werden dabei nicht allein gelassen. Das Projekt sieht eine strukturierte Begleitung vor. Für einen reibungslosen Ausbildungsstart müssen teilnehmende Unternehmen Wohnraum (möblierte Zimmer, Wohngemeinschaften o.ä.) und Reisekosten zur Verfügung stellen. 

Interessierte Unternehmen können sich zeitnah bei der Agentur für Arbeit melden: Lars Siebelds, Arbeitgeberservice Wittmund , E-Mail: Lars.Siebelds@arbeitsagentur.de oder telefonisch unter 04462 889141. Außerdem plant die Kreisverwaltung für Vertreter interessierter Betriebe ein Informations- und Planungstreffen.