Ein Korrespondent der Deutschen Welle (DW) ist im Niger festgenommen worden. Der nigrische Journalist wurde am Freitag in der Hauptstadt Niamey inhaftiert, wie der deutsche Auslandssender mitteilte.
„Wir sind sehr besorgt über die Festnahme unseres langjährigen Kollegen und verlangen seine sofortige Freilassung“, teilte DW-Programmdirektorin Nadja Scholz mit. Die DW habe juristischen Beistand eingeschaltet und stehe in engem Kontakt mit Angehörigen sowie einem lokalen Anwalt.
Der Journalist arbeitet seit vielen Jahren für das Programm der Deutschen Welle in der nigrischen Landessprache Haussa. Die Festnahme erfolgte demnach nach der Veröffentlichung eines Berichts auf DW Haussa über Flüchtlinge aus den Konfliktgebieten des Landes, die in Niamey Zuflucht gefunden hatten. Die nigrischen Behörden werfen ihm Störung der öffentlichen Ordnung vor.
Das westafrikanische Land, das zu einem großen Teil in der Sahara-Wüste liegt, hat wie seine Nachbarn Mali und Burkina Faso mit islamistischen Terrorgruppen zu kämpfen. Seit einem Staatsstreich im Jahr 2023 regiert das Militär die einstige französische Kolonie. Die Militärregierung unter Abdourahamane Tiani zensiert nach Angaben von Menschenrechtlern Medien, hat mehrere kritische Reporter verhaftet und schürt Selbstzensur durch Angst vor Repressalien.