Offensive gegen Regierungstruppen
Rebellen töten Malis Verteidigungsminister
26.04.2026 – 16:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Sadio Camara spricht bei einem Besuch in Moskau im August 2025 mit dem russischen Verteidigungsminister Andrei Beloussow (Archivbild): Camara starb bei Angriffen von Rebellen. (Quelle: IMAGO/Vadim Savitsky/imago)
Seit Samstag gehen Rebellen in Mali mit einer Offensive gegen die Armee des Landes vor. Der Verteidigungsminister des westafrikanischen Staats kam bei Angriffen ums Leben.
Der Verteidigungsminister der Militärjunta in Mali, Sadio Camara, ist bei Angriffen von Dschihadisten getötet worden. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag von seiner Familie sowie aus Regierungskreisen. Auch der französische Radiosender RFI berichtete über den Tod des Ministers.
Bei dem Angriff in Kati – einem als Hochburg der Junta geltenden Vorort der Hauptstadt Bamako – „wurden Minister Camara und seine zweite Frau getötet (…)“, hieß es laut AFP von einem Familienmitglied. Augenzeugen hatten berichtet, dass das Haus des Ministers der Militärregierung zerstört worden sei. „Wir haben einen sehr geliebten Menschen verloren, den Verteidigungsminister. Er ist auf dem Feld der Ehre gefallen“, hieß es aus Regierungs- und Armeekreisen.
In Mali führen seit Samstag mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Dschihadisten gemeinsam mit der Tuareg-Rebellengruppe FLA landesweit koordinierte Angriffe auf die Armee aus. Die Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime (JNIM) erklärte am Samstag, ihre Kämpfer hätten die Wohnhäuser von Junta-Chef Assimi Goita und Verteidigungsminister Camara angegriffen. Auch der internationale Flughafen von Bamako und weitere Ziele seien attackiert worden.
Am Sonntag gingen die Angriffe weiter, obwohl die Armee am Samstag behauptete, die Lage wieder unter Kontrolle zu haben. Ein Reuters-Reporter berichtete von Schüssen in einer Garnisonsstadt bei Bamako. Es sind die größten abgestimmten Angriffe von Islamisten und Tuareg-Rebellen in Mali seit Jahren.
Die Angriffe richteten sich gegen Ziele in der Umgebung von Bamako und in anderen
Landesteilen. Die Zahl der Toten und Verletzten war am Sonntag noch unklar. Ungewiss war zudem das Schicksal der umkämpften Stadt Kidal. Die Aufständischen erklärten, sie im Zuge der Angriffe von den Regierungstruppen zurückerobert zu haben. Die Vereinten Nationen forderten eine internationale Reaktion auf Gewalt und Terrorismus in der Sahelzone.
