Rückzug aus umkämpfter Stadt

Putins Kämpfer erleiden Schlappe in Westafrika

27.04.2026 – 18:13 UhrLesedauer: 2 Min.

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Wladimir Putin (Archivbild): Für Russland sind Söldner des sogenannten Afrikakorps in mehreren Staaten des Kontinents aktiv. (Quelle: IMAGO/Yuri Kochetkov/imago)

In Mali unterstützen russische Söldner die Militärregierung. Doch am Wochenende gingen Rebellen in die Offensive. Die Russen mussten sich zurückziehen.

Russische Militäreinheiten des sogenannten Afrikakorps haben sich nach heftigen Kämpfen aus der nordmalischen Stadt Kidal zurückgezogen. Das teilte die paramilitärische Gruppe, die dem russischen Verteidigungsministerium untersteht, am Montag mit. Der Abzug sei gemeinsam mit der malischen Führung beschlossen worden. Verwundete und schweres Gerät seien zuerst evakuiert worden, der Einsatz im Land gehe jedoch weiter.

Auslöser waren koordinierte Angriffe der separatistischen Azawad Liberation Front (FLA) und verbündeter islamistischer Gruppen am Wochenende. Nach Angaben von Beobachtern kam es gleichzeitig in mehreren Regionen zu Gefechten, darunter auch in der Hauptstadt Bamako sowie in zentralen und nördlichen Städten. Die FLA erklärte, sie habe die Kontrolle über Kidal übernommen und die Stadt für „frei“ erklärt. Eine unabhängige Bestätigung liegt bislang nicht vor.

Kidal liegt im Norden Malis am Rand der Sahara und gilt seit Jahren als Hochburg der Tuareg-Separatisten. Die Stadt war Ende 2023 mit Unterstützung russischer Söldner zurückerobert worden. Dass sich die Regierungstruppen und ihre Verbündeten nun wieder zurückziehen, deutet auf eine deutlich verschlechterte Sicherheitslage hin.

Nach Angaben der FLA wurde der Abzug im Rahmen einer Vereinbarung ermöglicht, die den sicheren Rückzug der russischen und malischen Kräfte gewährleisten sollte. Vertreter der Gruppe erklärten, die Stadt befinde sich nun vollständig unter ihrer Kontrolle. Aus Kreisen lokaler Behörden hieß es ebenfalls, Regierungstruppen seien nicht mehr vor Ort, stattdessen hielten sich dort Rebellen und dschihadistische Kämpfer auf.