Immer wieder gab es Versuche, den Konflikt in Ostkongo beizulegen. Immer wieder sind sie gescheitert. Nun haben sich Ruanda und die Demokratische Republik Kongo auf ein Friedensabkommen geeinigt, das noch in diesem Monat unterzeichnet werden soll.
Es ist umfassend: Achtung der territorialen Integrität, Verbot von Feindseligkeiten, Rückzug bewaffneter nichtstaatlicher Gruppen, Rückkehr von Geflüchteten. Für die Menschen in der Region ist das Abkommen ein Hoffnungsschimmer. Zumindest auf dem Papier.
Rebellen nicht an Verhandlungen beteiligt
Ob der Konflikt damit beendet ist, wird sich zeigen müssen. Zum einen sind die weit mehr als hundert Rebellengruppen in Ostkongo an den Verhandlungen nicht beteiligt gewesen. Separate Gespräche zwischen Kongo und der Rebellenmiliz M23 hatten im April zwar zu Absichtserklärungen, aber nicht zu Frieden geführt. Auch Burundi und Uganda, die in der Region der Großen Seen eigene Interessen verfolgen, bleiben unerwähnt.
Hinzu kommt: Die Gewalt, die Anfang des Jahres über Ostkongo hereingebrochen ist, ist nur die neueste Eskalation in einem Konflikt, der seit Jahrzehnten schwelt. Drei Kongokriege gab es seit Mitte der Neunziger, einer davon wird als afrikanischer Weltkrieg bezeichnet. Die Ursachen für die Instabilität der Region sind vielfältig und reichen bis in die vorkoloniale Vergangenheit zurück. Dass sie mit diesem Abkommen beseitigt sind, ist schwer vorstellbar.