1931 zuletzt gesichtet
Vogelart nach fast 100 Jahren wiederentdeckt
09.02.2026Lesedauer: 2 Min.
Sie war verschwunden: Drei Forscher haben im Tschad die Rostlerche (Calendulauda rufa) aufgespürt und fotografiert. (Quelle: Copyright Photo : (c) P. Defos du Rau, J.Birard & I. Dapsia)
Gute Nachrichten aus Afrika: Ein kleiner, rostroter Vogel ist wieder gesichtet und fotografiert worden.
Eine seit fast einem Jahrhundert als verschollen geltende Vogelart ist wiederentdeckt worden. Drei Ornithologen haben Anfang Februar in Afrika die Rostlerche (Calendulauda rufa) fotografiert. Von der Art hatte es seit 1931 keine gesicherten Nachweise mehr gegeben. Damals war sie zuletzt in den Trockensavannen zwischen dem heutigen Niger, Tschad und Sudan beobachtet worden.
Die Entdeckung gelang Pierre Defos du Rau und Julien Birard aus Frankreich sowie Idriss Dapsia aus dem Tschad. Sie veröffentlichten ihren Fund auf der Plattform „eBird“. Dort luden sie neun Fotos hoch und ergänzten eine ausführliche Beschreibung des Vogels.
Demnach entdeckten die Vogelkundler eine Rostlerche in der Region Guéra im südlichen Zentrum des Tschad. Sie beschreiben die Lerche wie folgt: „Unterseite blass fahl ohne Streifen, einige feine kleine Streifen auf der oberen Brust, Bürzel und Oberschwanzdecken sehr rötlich, langer Schwanz, vollständig schwarz (rein) außer den zentralen Steuerfedern, die sehr rötlich sind. Keine weißen äußeren Steuerfedern. Vogel wurde bei gutem Licht beobachtet. Ein gutes Exemplar der Rostlerche.“
Die Beobachtung gilt als wissenschaftlich bedeutsam. Die letzten gesicherten Nachweise der Art stammten aus dem Mai 1931, als der Naturforscher George Latimer Bates in Niger mehrere Exemplare sammelte. Seitdem galt die Rostlerche als extrem selten, ihr Status war lange unklar. Zwar wurde sie nie offiziell als ausgestorben eingestuft, Lebendbelege fehlten jedoch über Jahrzehnte.
Die Rostlerche ist in trockenen Savannen der Sahelzone beheimatet, insbesondere in einem Gebiet, das sich über Teile von Niger, dem Tschad und Sudan erstreckt. Das potenzielle Verbreitungsgebiet umfasst Schätzungen zufolge rund 47 Millionen Hektar. Dieses Areal gilt heute als sicherheitspolitisch hochsensibel. Wegen bewaffneter Konflikte, terroristischer Aktivitäten und instabiler politischer Verhältnisse liegt die Region seit Jahren weitgehend abseits touristischer Reiserouten und wird auch von Forschungsexpeditionen nur selten aufgesucht. Fachleute sehen darin einen wesentlichen Grund dafür, warum die Art sich wieder ausbreiten konnte, aber auch so lange unentdeckt blieb.
