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Die Leitung des Flughafens Al Kufra im äußersten Südosten Libyens hat die vorübergehende Schließung des Flughafens ab Montag, dem 19. Januar 2026, für einen Monat angekündigt. Grund dafür sind umfangreiche Wartungsarbeiten an der Start- und Landebahn. Die Mitteilung richtet sich an Reisende, Anwohner – insbesondere Patienten und Studierende –, Fluggesellschaften und alle Interessierten. Laut Flughafenleitung ist diese Entscheidung Teil des Engagements für die Flugsicherheit und die Verbesserung der Flughafeninfrastruktur, um einen reibungslosen Betrieb gemäß den geltenden technischen Standards zu gewährleisten. Der Termin für die Wiedereröffnung wird nach Abschluss der Arbeiten über offizielle Kanäle bekannt gegeben.

Der Flughafen Al Kufra bedient die gleichnamige Oasenstadt, die Hauptstadt der südöstlichen Wüstenregion Libyens, die an Sudan, Tschad und Ägypten grenzt. Er ist der einzige betriebsbereite Flughafen in dieser weitläufigen Region und von strategischer Bedeutung für zivile und grenzüberschreitende Verbindungen. Gerade aufgrund dieser Lage hat die Schließung weitreichende Folgen, die über rein technische Aspekte hinausgehen. Laut mehreren lokalen Quellen war der Flughafen in den letzten Monaten ein wichtiger logistischer Transitpunkt in den Sudan, wo ein Bürgerkrieg zwischen der regulären Armee und den Rapid Support Forces unter General Mohamed Hamdan Dagalo, genannt Hemedti, tobt. In diesem Kontext ist die Einstellung des Flughafenbetriebs als mögliches Zeichen für eine Verlangsamung der externen Unterstützung für den Sudan zu werten, vor dem Hintergrund des zunehmenden Drucks Ägyptens auf die Truppen von General Khalifa Haftar, die die Kyrenaika und große Teile Südlibyens kontrollieren. Die Ankündigung einer Schließung wegen „Wartungsarbeiten“ erscheint daher als diplomatische Entscheidung, die es ermöglicht, heikle Operationen zu verschieben, ohne explizite politische Positionen zu beziehen.

Die Entscheidung ist umso bedeutsamer, als der Flughafen Al Kufra erst im vergangenen Mai umfassend renoviert worden war, unter anderem das Passagierterminal und den Haupteingang. Die erneute Schließung, die in einer besonders heiklen Phase für die Region erfolgt, wird daher spürbare Auswirkungen auf die Mobilität der Bevölkerung haben, insbesondere auf medizinische Transporte und Reisen von Studierenden, und sich zudem auf die Logistik im Südosten Libyens auswirken.

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