Russland hat in den letzten Tagen damit begonnen, einen Teil seiner militärischen Kapazitäten aus der libyschen Stadt Sirte an der zentralen Küste abzuziehen und sie gleichzeitig in den Süden des Landes, insbesondere in die Region Jufra und zum Luftwaffenstützpunkt Brak al-Shati in Fezzan, zu verlegen. Dies geht aus Angaben lokaler und Sicherheitskreise hervor. „Neue Agentur“. Den vorliegenden Informationen zufolge erfolgte dieser Schritt weniger als eine Woche nach Beginn der Militärübung „Flintlock 2026“ unter Führung des US-Afrika-Kommandos (AFRICOM), die derzeit in Sirte stattfindet. Die Übungen, die erstmals Einheiten aus dem Osten und Westen des Landes zusammenführen, finden in der Küstenstadt statt, die historisch als Konfliktlinie zwischen den wichtigsten rivalisierenden Fraktionen Libyens gilt.

Der Abzug umfasste Personal, gepanzerte Fahrzeuge und Logistikkomponenten, die zuvor auf dem Luftwaffenstützpunkt Qardabiya, dem wichtigsten Militärstützpunkt südlich von Sirte, stationiert waren. Damit endete eine über fünfjährige, ununterbrochene Präsenz in der Region. Quellen zufolge wurden einige der Güter, darunter technische Ausrüstung, Kurzstreckenradarsysteme, Spezialantennen und schwere Transportfahrzeuge, zum Stützpunkt Jufra verlegt, der etwa 280 Kilometer südlich der Stadt liegt und als strategischer Knotenpunkt in Zentrallibyen gilt. Gleichzeitig wurden andere Güter zum Stützpunkt Brak al-Shati verlegt, etwa 70 Kilometer nördlich von Sebha in der weitläufigen südwestlichen Region Fezzan. In den letzten Jahren hat sich diese südliche Route zum wichtigsten Drehkreuz der russischen Präsenz im Land entwickelt. Zu diesem Netzwerk von Stützpunkten gehören neben Jufra und Brak al-Shati auch der Stützpunkt Al-Khadim im Osten und der Standort Matan al-Sara im Südosten Libyens, nahe dem Grenzgebiet zu Tschad und Niger mit Blick auf die Sahelzone.

Denselben Quellen zufolge gehören die an der Verlegung beteiligten Militärangehörigen der sogenannten „Afrika-Korps“-Struktur an, einer Einheit, die nach deren Umstrukturierung schrittweise die vorherige Wagner-Gruppe ablöste. Die rechtliche Natur dieser Präsenz bleibt jedoch unklar, da offizielle russische Quellen weiterhin Begriffe wie „private Militärfirma“ verwenden, obwohl die faktische Befehlskette mit dem russischen Verteidigungsministerium verknüpft ist. Der Schritt wird nicht als bloße taktische Verlagerung, sondern als mögliche strategische Neupositionierung in Richtung Wüstenhinterland interpretiert. Und das ist noch nicht alles.

Lokale Quellen bringen die Truppenverlegung mit jüngsten US-Initiativen zur Reorganisation der libyschen Sicherheitsinstitutionen sowie mit internen Dynamiken im östlichen Lager in Verbindung. Laut diesen Interpretationen erfolgt die Reorganisation vor dem Hintergrund zunehmender Flexibilität einiger Akteure im Osten, darunter Saddam Haftar, stellvertretender Kommandeur der Libyschen Nationalarmee (LNA) unter Führung seines Vaters Khalifa, gegenüber internationalen Initiativen, angesichts der rigideren Positionen anderer Mitglieder der Ostfront.

Lokale Quellen beschreiben insbesondere eine wachsende Spaltung innerhalb der Familie Haftar selbst. Auf der einen Seite Saddam Haftar Berichten zufolge verfolgt er einen pragmatischeren Ansatz, der darauf abzielt, auch mit Gesprächspartnern in Westlibyen, insbesondere im Energiesektor, Beziehungen zu knüpfen, die für ihn von Interesse sind. Sein Bruder hingegen… Khaled Haftar, Der Stabschef der Libyschen Nationalarmee, der traditionell als Moskau-nah gilt, verfolgte eine deutlich härtere und offen kritischere Linie gegenüber den von den USA unterstützten Initiativen. Es ist kein Zufall, dass Khaled Haftar während des Abzugs russischer Truppen aus Sirte den russischen Botschafter in Libyen in Bengasi traf. Haidar Aganin, Er bezeichnet die US-Initiative zur institutionellen Koordinierung als „illusorische Projekte“. Khaled übt weiterhin die direkte Kontrolle über die Luftstreitkräfte der Libyschen Nationalarmee (LNA) aus, zu denen auch Kampfflugzeuge wie die MiG-29 gehören, und hält die operative Koordination mit der russischen Bodenpräsenz aufrecht. Seine Haltung wird Berichten zufolge von anderen Familienmitgliedern unterstützt, darunter Belgassem Haftar, Leiter des Internationalen Fonds für Wiederaufbau und Entwicklung, und Uqba Haftar. Dies trägt dazu bei, einen umfassenden, nicht-monolithischen internen Rahmen in der östlichen Region zu schaffen.

Der Zeitpunkt der russischen Truppenverlegung ist alles andere als zufällig. Im größeren Kontext deutet die beobachtete Bewegung zwischen Sirte und dem Süden weniger auf einen Truppenabzug als vielmehr auf eine operative Anpassung hin, die darauf abzielt, die strategische Tiefe und die logistischen Linien im Wüstenhinterland zu stärken. Laut einem aktuellen Bericht der Organisation „The Sentry“ erstreckt sich die russische Präsenz durch das Afrikakorps auf mehrere Einsatzgebiete, darunter Libyen, und etabliert ein integriertes Militärnetzwerk, das der Machtprojektion in der Sahelzone und entlang der Achse zum Mittelmeer dient. Das Signal ist in diesem Sinne eindeutig: Moskau zieht sich nicht aus Libyen zurück, sondern reorganisiert seine Präsenz und festigt seine Stellung im Süden des Landes.

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