Nach Bericht über Verhandlungen 

Löw dementiert Ghana-Kontakt: „Mit mir hat offiziell niemand gesprochen“

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Dieser Artikel erschien erstmals um 8:45 Uhr und wurde später mit dem Dementi von Joachim Löw und der Reaktion von Winfried Schäfer aktualisiert.

Seit fünf Jahren ist der ehemalige Nationalcoach Joachim Löw ohne Trainer-Engagement. Ein Bericht aus Ghana legte am Karfreitag nahe, der 66-Jährige könne kurzfristig vor einem Comeback stehen und den jüngsten deutschen Testspielgegner Ghana in die anstehende Weltmeisterschaft führen. Die Spekulationen über eine mögliche vierte Endrundenteilnahme an der Seitenlinie der Black Stars dementierte Löw wenige Stunden später.

„Mit mir hat offiziell niemand von Ghana gesprochen“, sagte der Weltmeister-Trainer von 2014 dem Pay-TV-Sender „Sky“. Zuvor hatte das in Ghana durchaus etablierte Fußball-Portal „Ghanasoccernet“ gemeldet, Löw und die Black Stars würden sich aktuell in Verhandlungen über einen kurzfristigen Job befinden, der ab sofort und vorerst nur bis zum Turnier im Sommer in den USA, Mexiko und Kanada ausgelegt sei. Berufen wurde sich dabei auf „mehrere“ eigene Quellen. In den Raum geworfen wurde zudem die verbandsseitige Offerte eines monatlichen Salärs in Höhe von 150.000 Euro.

Ghana hatte seinen Trainer Otto Addo nach der 1:2-Testspielniederlage gegen das DFB-Team am vergangenen Dienstag entlassen. Im vorherigen Test hatte die Mannschaft bereits mit 1:5 gegen Österreich verloren. Bei der WM treffen die Black Stars in der als eine der stärksten Vorrundenkonstellation geltenden Gruppe L auf England, Kroatien und Panama.

Ghanas Trainer-Suche: Welche Rolle spielt Winfried Schäfer?

Der ghanaische Verband steht vor dem Turnier unter Zeitdruck. Eine wichtige Rolle bei der Suche nach einem Addo-Nachfolger wird dem Technischen Direktor Winfried Schäfer zugeschrieben. Das Verhältnis des 75-Jährigen zu Löw gilt als respektvoll, beide haben eine Vergangenheit beim Karlsruher SC sowie dem VfB Stuttgart, wo Schäfer Löw 1998 als Cheftrainer nachfolgte. Auch Schäfer wirkte auf dpa-Anfrage am Freitag allerdings überrascht. Er habe keinerlei Kenntnis von einem bevorstehenden Deal mit seinem Landsmann Löw. Auch die Möglichkeit, dass Schäfer selbst für die WM nochmal auf die Trainerbank zurückkehren könnte, war in den vergangenen Tagen Teil der öffentlichen Debatte.


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Schäfer hatte 2002 mit Kamerun den Afrika Cup gewonnen und „die unzähmbaren Löwen“ im selben Jahr beim WM-Turnier in Südkorea gecoacht. Damals schied seine Mannschaft in einer Gruppe mit Deutschland (0:2), Saudi-Arabien (1:0) und Irland (1:1) in der Vorrunde aus.

Die Erwartungen in Ghana sind traditionell hoch. Addo war seit zwei Jahren Cheftrainer der Black Stars, in 22 Partien holte er acht Siege und fünf Unentschieden bei neun Niederlagen. Zudem hatte Ghana im Winter die Qualifikation für den Afrika-Cup verpasst. 2022 hatte der ehemalige Bundesliga-Profi das Team schon einmal als Interimscoach betreut, nachdem er zuvor Assistent war. Addo stand auch bei der WM in Katar an der Seitenlinie, als Ghana in der Gruppenphase ausschied.