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In Somalia leiden mittlerweile 6,5 Millionen Menschen unter akuter Nahrungsknappheit – doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. Das zeigt eine aktuelle Analyse der IPC (Integrated Food Security Classification), die weltweit Hungerkrisen erfasst. Besonders dramatisch: Etwa 1,8 Millionen Kindern droht akute Unterernährung. Somalia zählt rund 19 Millionen Einwohner.

Auf der fünfstufigen IPC-Skala erreicht Somalia die Stufen drei und vier – Krise und Notstand. Etwa zwei Millionen Somalis befinden sich bereits in Stufe vier. Stufe fünf, die höchste, bedeutet eine Hungerkatastrophe.

Dürre, Terror und steigende Preise

Die Lage verschärft sich durch anhaltende Trockenheit und steigende Preise für Nahrungsmittel. In großen Teilen des Landes sorgt die Terror-Miliz Al-Shabaab für zusätzliches Chaos. Hinzu kommt: Die Nothilfe ist dramatisch unterfinanziert.

Alexander Fenwick, Somalia-Chef der Welthungerhilfe, schlägt Alarm: „Dem Land droht eine dramatische Hungerkatastrophe. Familien stehen vor unmöglichen Entscheidungen: Welches Kind darf etwas zu essen bekommen? Wie weit müssen sie laufen, um Wasser zu finden? Und werden sie den nächsten Tag überhaupt überleben?“

Millionen auf der Flucht

Der Klimawandel trifft das Land am Horn von Afrika mit voller Wucht. Schon 2022 erlebte Somalia eine verheerende Dürre. Mehr als drei Millionen Menschen sind laut UN bereits auf der Flucht – im eigenen Land. Die somalische Regierung hatte bereits Ende 2025 den Dürrenotstand erklärt.