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Symbolbild: Mehrer Bände einer Lexikonausgabe aus den 1970er Jahren (Bildausschnitt)

Symbolbild: Mehrer Bände einer Lexikonausgabe aus den 1970er Jahren (Bildausschnitt)

Namibia und Deutschland verbindet eine enge Partnerschaft, die bis heute stark von der Aufarbeitung der Kolonialvergangenheit geprägt ist. Namibia war von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie.

Seit der Gründung der Kolonien bekämpfte das Deutsche Reich die lokale Bevölkerung, die sich gegen die Fremdherrschaft und Menschenrechtsverletzungen zur Wehr setzte, immer wieder mit militärischer Gewalt, um Herrschaftsbereiche auszudehnen. Den Höhepunkt der Gewalt stellte der Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerungsgruppen der Herero und Nama zwischen 1904 und 1908 dar. Schätzungsweise 70.000 Menschen wurden durch die deutschen Truppen ermordet, verdursteten in der Omaheke-Wüste oder starben in Konzentrationslagern. Die Gräueltaten in der Zeit von 1904 bis 1908 sind aus heutiger Perspektive als Völkermord zu bezeichnen.

2014 vereinbarten die deutsche und die namibische Regierung einen Versöhnungsdialog zur Aufarbeitung der Gräueltaten. 2021 wurde der Entwurf einer politischen gemeinsamen Erklärung vorgelegt. Dieser sieht vor, dass Deutschland den Völkermord an den Herero und Nama offiziell anerkennt und Zahlungen für ein Versöhnungs- sowie ein Wiederaufbau- und Entwicklungsprogramm leistet. Die Unterzeichnung der Erklärung durch die beiden Regierungen steht noch aus (Stand: August 2024).