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Trotz hohen Anspruchs an fahrerisches Können und physischer Belastung kommt der Spaß bei den KiWis nicht zu kurz. Im Hintergrund der Brandberg.Trotz hohen Anspruchs an fahrerisches Können und physischer Belastung kommt der Spaß bei den KiWis nicht zu kurz. Im Hintergrund der Brandberg. © Oris Papini

Vier Männer, vier Maschinen und ein weiter Weg – die Kiersper und Wipperfürther Motorradgruppe (KiWis) war wieder auf Tour. Ihr Traum: Namibia.

Kierspe – Seit Jahren sind die Freunde regelmäßig in ganz Europa und auch darüber hinaus unterwegs, erkunden gemeinsam Gegenden und lassen sich den Fahrtwind auf ihren schweren Bikes um die Nase wehen. Ende Juli war es dann soweit. In diesem Jahr wollte sich die Gruppe mit Detlef Funke, Helmut Baumann, Ralf Gießelmann und Oris Papini den Traum erfüllen, der drei Jahre zuvor aufploppte: Namibia. „Vor drei Jahren, als wir zum ersten Mal den afrikanischen Kontinent in Marokko betraten, war schnell klar, dass es nicht das letzte Mal sein würde“, erklärt Oris Papini die Motivation zur Reise und erläutert, dass Namibia zu den schönsten und sichersten Ländern Afrikas zähle. Mit gemieteten Motocross-Motorrädern ging es 14 Tage durch die Savannen und durch Wüsten – für eingefleischte Biker ein Paradies.

Zehn-Stunden-Flug nach Windhoek

Nach einem zehnstündigen Flug von Frankfurt aus landete die Gruppe am frühen Morgen in Windhoek. Der einheimische Guide Dirk Trümer holte die vier Männer vom Airport ab. „In der noch stark deutsch geprägten Hauptstadt (ehemalige deutsche Kolonie) blieben wir aber nur einen Tag, um Proviant zu kaufen und die Motorräder zu übernehmen“, berichtet Oris Papini. Die Übernachtung in den kommenden 14 Tagen bestand aus einer Mischung von wildem Camping und dem Aufenthalt in einer Lodge. Um alle Eventualitäten auszuschließen, folgte ein Begleitfahrzeug der Gruppe. Darauf befanden sich Ersatzmotorräder, das Gepäck der Ausflügler und die notwendige Campingausrüstung.

Hinter den KiWis liegen atemberaubende 14 Tage. Sie werden sich noch lange an die eindrückliche Tour erinnern.Hinter den KiWis liegen atemberaubende 14 Tage. Sie werden sich noch lange an die eindrückliche Tour erinnern. © Oris PapiniErstes Ziel ist der Etoscha Nationalpark

Nur einen Tag später ging es für die vier über 600 Kilometer in nur zwei Etappen Richtung in Norden zum Etoscha Nationalpark. Dabei handelt es sich um den bekannteste Nationalpark Namibias. „Er zählt zu den bedeutendsten Wildreservaten Afrikas und bietet Heimat für unzählige Wildarten“, erklärt Papini.

Besser als in jedem Zoo der Welt: Tiere in freier Wildbahn. Auf dem Foto eine Oryxantilope.Besser als in jedem Zoo der Welt: Tiere in freier Wildbahn. Auf dem Foto eine Oryxantilope. © Ralf Gießelmann

Nach den ersten 100 Kilometern wurde der Gruppe allerdings schnell klar, dass die fahrerischen Fähigkeiten auf die Probe gestellt würden. Aus Anfangs simplen Schotterpisten wurde im weiteren Verlauf anspruchsvolle Enduro- und Motocross-Strecken. „Die Lernkurve war sehr steil und die physische Belastung zu Beginn hoch“, blickt Oris Papini zurück. Durch den Nationalpark selbst ging es für die vier allerdings auf der Ladefläche des Begleitfahrzeugs.

Felsenreiche und zerklüftete Landschaft

Weiter ging es ins Damaraland im Nordwesten Namibias – gelegen etwa zwischen dem Brandberg und der atlantischen Küste. „Es besticht durch eine felsenreiche und zerklüftete Landschaft von rauer, heißer, bezaubernder Schönheit“, schwärmt Papini. Auf den Geländemaschinen gelangte die Gruppe in Gegenden, die von ‚normalen‘ Touristen praktisch nicht erreicht werden können.

Eindrücklich waren auch die besonderen Lichtverhältnisse. Hier ein Blick auf die Spitzkoppe.Eindrücklich waren auch die besonderen Lichtverhältnisse. Hier ein Blick auf die Spitzkoppe. © Oris Papini

„Es ging durch endlose Täler mit hohem gelben Gras, gesäumt von wilden Felsformationen, durch sandige, nicht enden wollende Flussbetten. Ein Rausch der Sinne“, berichtet Papini. Zu den eindrücklichsten Erlebnissen zählten für die vier die Beobachtung der vorbeiziehenden Wüstenelefanten und die Fahrt über die Hochebene Richtung Brandberg (höchster Berg Namibias), gesäumt von hunderten Springböcken.

Ein weiterer Höhepunkt war die Übernachtung im Camp an der Spitzkoppe. „Aufgrund ihrer markanten Form wird sie auch als das ‚Matterhorn Namibias‘ bezeichnet“, erläutert Oris Papini und ergänzt: „Der Himmel über Afrika ist ohne Lichtverschmutzung einfach atemberaubend. Das einzige Licht war der Vollmond, der so hell war, dass man darin einen Schatten warf.“

Mit Quads durch die Namib-Wüste

Es folgten noch zwei Tage in Swakopmund am Atlantischen Ozean. Von dort ging es mit Quads in die Namib-Wüste. „Die Übersetzung des Wortes aus der Sprache der Volksgruppe der Nama, bedeutet ‚leerer Ort‘“, erklärt Papini. Es gebe in dieser lebensfeindlichen Umgebung nur heißen Sand, angehäuft in riesigen Dünen. Zum Ende der Tour stand noch ein Rundflug auf dem Programm. Der führte über die Namib-Wüste und entlang der Skeleton-Coast. Dort liegen noch immer Hunderte von Schiffswracks.

Hier bekommt der Begriff „weites Land“ eine völlig andere Bedeutung. Ein atemberaubender Blick.„Weites Land“ – hier bekommt der Begriff eine völlig andere Bedeutung. Ein atemberaubender Blick. © Oris Papini

Das Resümee der KiWis ist eindeutig: „Die Tour wird uns allen in Erinnerung bleiben, als eine der physisch und fahrerisch anspruchsvollsten Unternehmungen, die die Gruppe je gemacht hat.“