Gespräche im Alltag und erste Beobachtungen
Germaine verbringt viel Zeit im Dorf und tauscht sich mit Freundinnen, Nachbarinnen und anderen jungen Menschen aus. Viele Themen tauchen dabei nur im Alltag auf, etwa Beziehungen, Gesundheit, Erwartungen an junge Frauen oder Erfahrungen, über die selten offen gesprochen wird. In Schulen, Gesundheitszentren oder Gemeindeprogrammen werden diese Fragen oft nicht thematisiert, Beratungsangebote fehlen oder sind schwer zugänglich. Einige Mädchen berichten von Unsicherheiten mit ihrem Körper oder davon, sich sowohl offline als auch online unwohl zu fühlen. Häufig fehlen sichere Orte, an denen sie diese Erfahrungen ohne Bewertung teilen können. Germaine sagt: „Manchmal erzählen sie Dinge, die sie sonst niemandem anvertrauen würden, und ich merke, wie wichtig es ist, einfach zuzuhören.“
Je mehr sie zuhört, desto deutlicher werden die Lücken im Zugang zu Wissen über sexuelle und reproduktive Gesundheit. Entscheidungen über Menstruation, Verhütung oder den eigenen Körper müssen oft unter schwierigen Bedingungen getroffen werden. Gesundheitszentren gibt es zwar, sie werden aber nicht immer genutzt, und offizielle Bildungs- oder Unterstützungsstrukturen decken die Bedürfnisse vieler Mädchen nicht ab.