Wenn es draußen kalt und grau ist, träumt sich so mancher in warme Gefilde. Die findet man auf Mauritius. Wir nennen fünf Gründe, was den Inselstaat im Südwesten des Indischen Ozeans neben viel Sonne zu einem der attraktivsten Fernreiseziele macht.
Mehr als 150 Kilometer Strände zählt Mauritius. Sie sind ursprünglich bestanden mit Filao, wie die Kasuarinenbäume auf der Insel heißen. Hinzu kommen, vor allem an den Strandhotels, jede Menge Palmen: Allein im Luxusresort „Long Beach“ wurden 5000 Stück am 1,3 Kilometer langen Hotelstrand gepflanzt! Die Strände haben hellen bis weißen Sand, und das Meer schimmert hellblau bis türkis, im Winter wird das Wasser mit 25 bis 27 Grad badewannenwarm.
Im Norden ist die Bain de Boefs, das Rinderbad am Cap Malheureux, die erste Wahl: beste Infrastruktur für Wassersportler, Bars zum Chillen und Blick auf die vorgelagerten Inseln Plate und Gabriel. Die Nummer eins im Westen: Flic en Flac, ein Bilderbuchstrand, lang gestreckt über Kilometer und gespickt mit tollen Hotels.
Im Osten darf sich die weitgehend naturbelassene und mit vielen Filaos bestandene Île aux Cerfs als Spitzenreiter fühlen. Und im Süden ist Le Paradis am Morne Brabant unschlagbar – der 556 Meter hohe Berg sorgt für eine Traumkulisse. Für den weltgrößten internationalen Reiseführerverlag „Lonely Planet“ sogar ein Grund, Le Paradis als Top-5-Strand in Afrika zu führen.
Unterkunft: Alles da – von Luxus bis günstig
50 Fünf-Sterne- und 65 Vier-Sterne-Hotels stehen auf Mauritius, das von der Fläche her etwas kleiner ist als das Saarland. Eine enorme Dichte! An der Spitze stehen die beiden besten Hotels der Insel, „Le Touessrok“ und „Four Seasons“: Dort kostet ein Zimmer allerdings mindestens 750 Euro pro Nacht.
Wer mit etwas weniger Glamour, aber ebenfalls auf Fünf-Sterne-Niveau nächtigen möchte, wird ab 350 Euro etwa in den Hotels der „Sunlife“-Gruppe, dem „Long Beach“ und „Sugar Beach“, fündig: mit Golf, Tennis, „Buddha Bar“ und einstöckigen Wohneinheiten, zum Teil mit direktem Zugang zum 1,5 Kilometer langen Strand. Selbst bei Vollbelegung findet man freie Strand- oder Poolliegen. In dieser Liga spielt auch das hübsche „Anantara Iko Mauritius“.
In der Vier-Sterne-Kategorie muss man ab 250 Euro pro Nacht rechnen. Zu den Lieblingen der Bundesbürger – 50 Prozent der Gäste sind Deutsche – gehört „La Pirogue“ am Flic-en-Flac-Strand. Das Resort hat ausschließlich Bungalows mit viel Privatsphäre. Im „Ambre“ logieren ausschließlich erwachsene Gäste, und in den beiden „Riu“-Hotels kann man die von Spanien-Urlauben bekannte Qualität erwarten.
Wer sich für Budget-Unterkünfte interessiert: Sie sind auf Mauritius einfach, aber ausreichend ausgestattet. Apartments haben Kochnische und Küchenutensilien. Allerdings liegen sie stets in der zweiten oder dritten Reihe zum Strand. In der einfachsten Kategorie kann man bereits ab 30 Euro pro Nacht unterkommen.
Auf Drei-Sterne-Niveau gibt es aber schon auch mal Strandlage und Pool ab 100 Euro, wie in den „Villas Mon Plaisir“. Die Preisangaben enthalten jeweils keine Verpflegung.
Essen: Multikulti im Kochtopf
„Die Currys stammen aus Indien, von den Afrikanern wurde das Grillen übernommen, die Franzosen brachten das Baguette, die Chinesen ihre Suppen. Alle Mauritier lieben diese unterschiedlichen kulinarischen Einflüsse“, sagt Vik Mungroo über das allgegenwärtige Küchen-Multikulti. Er ist einer der besten Köche der Insel und Chef im Fine-Dining-Restaurant „Hasu“ (im „Long Beach Resort“). Er arbeitete mit Alain Ducasse und war der persönliche Koch der Familie vom Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate.
Die wichtigste Spezialität auf der Insel ist der Marlin, dessen Fleisch hell und relativ fest ist: „Am besten geräuchert oder roh als Sashimi“, sagt Vik Mungroo, in dessen Restaurant verschiedene Varianten aufgetischt werden. Am häufigsten wird auf Mauritius jedoch Hühner- oder Shrimps-Curry mit Reis gegessen. Eine gute Adresse dafür ist das „Happy Rajah“ in Grand Baie.
Wer Afrikanisches probieren möchte, zum Beispiel eine Hähnchenkeule in Piri-Piri-Marinade vom Grill, geht ins „Le Phare“ in Mahebourg. Gute französische Meeresfrüchte-Küche – etwa Languste mit Knoblauch-Baguette – bietet „La Cravache d’Or“ am Flic-en-Flac-Strand. Und der „Hong Kong Palace“ in der Grand Baie fährt nicht nur chinesische Suppen, sondern auch Peking-Ente auf.
Kultur: Indien ist auf Mauritius allgegenwärtig
Auf dem Zentralmarkt der Hauptstadt Port Louis geht es zu wie in Indien: Einige Frauen tragen Sari, einige Männer Dhoti, das tuchähnliche indische Beinkleid. Glück bringt der Bindi, der rote Punkt auf der Stirn, und die Bollywood-Filme im Fernsehen laufen alle auf Hindi. Lediglich die Kühe und Rikschas auf den Straßen fehlen im Alltag von Mauritius, wo etwa die Hälfte der 1,2 Millionen Insulaner indischer Abstammung ist.
Pluspunkte im Vergleich zu Indien: Es gibt kein Elend wie am Rand jeder indischen Großstadt und keine massenhafte Armut. Hindu-Priester Satish Dayal, 69 Jahre alt, oberster Priester der 620.000 Hindus auf Mauritius, bestätigt: „Die hinduistische Kultur dominiert, unterdrückt aber weder den Islam noch das Christentum.“
Sein Tempel am Grand Bassin, den die Hindus Ganga Talao nennen, ein im Inselinneren gelegener Kratersee, wird besonders am Wochenende und feiertags von gläubigen Hindus besucht, die dort beten, opfern, meditieren. Am Pilgerfest zu Ehren Shivas im Februar, wurden schon 300.000 Gläubige gezählt, ein Viertel der Inselbevölkerung.
Auch zu Ehren von Ganesha pilgern Tausende im September zum Grand Bassin. Dann glimmen Räucherstäbchen, brennen Öllampen und Blüten treiben malerisch im Wasser. Schon die ersten indischen Immigranten, 1856 per Schiff vom damaligen Kalkutta als Arbeiter für die Zuckerrohrfelder nach Mauritius geholt, brachten Wasser des Ganges zum Grand Bassin – der Fluss ist den Indern heilig. „Der See ist unser Ganges“, sagt Priester Satish Dayal.
Das frühere Einwanderungslager Aapravasi Ghat in Port Louis ist seit 2006 Weltkulturerbe. Und im Seewoosagur Ramgoolam Memorial Centre for Culture kann man sich über die Facetten der Einwanderungsgeschichte informieren; außer natürlich, man will die ganze Zeit am Strand liegen.
Tiere: Riesige Schildkröten und der Blaue Marlin
Die um 1875 auf Mauritius ausgesetzten Riesenschildkröten sieht man heute frei lebend nur auf Mauritius und der Herkunftsinsel Aldabra (Seychellen), nach der sie auch benannt sind. „Man wollte der Rasse eine zweite Heimat geben“, sagt Vikash Tatayah, Direktor der Mauritius Wildlife Foundation.
Mühsam bewegen sich die schweren Kerle, Kopf und Hals sind kahl, der Körper ist gepanzert. 250 Kilogramm Lebendgewicht mit bis zu 200 Jahren auf dem Buckel – so alt können Aldabra-Riesenschildkröten werden. „Am liebsten mampfen sie frische Blätter von den Bäumen“, sagt Tatayah.
Im Alter zwischen 20 und 50 Jahren pflanzen sie sich fort – mit Erfolg: Derzeit gibt es rund 2500 Exemplare auf der Insel. Tatayah geht davon aus, dass sogar noch ein paar wenige original Aldabra-Schildkröten auf Mauritius leben. Im Naturreservat Ferney kann man die Riesen besuchen.
Ein ganz anderer Riese ist der bei Köchen beliebte Blaue Marlin. Der Raubfisch kann an die hundert Kilogramm schwer werden und ist ein Kämpfer, weshalb Hochseefischer scharenweise nach Mauritius pilgern: Sie lieben den stundenlangen Kampf mit einem Marlin. Ein Hai hängt dagegen nach ein paar Minuten wie ein schlaffer Sack an der Angel.
Auf Mauritius kann man Angelboote chartern oder Hochseeangeltouren buchen. Dezember bis März sind die besten Monate, um Marlins aus dem Wasser zu ziehen.
Tipps und Informationen:
Anreise: Zum Beispiel ab Frankfurt mit Condor nonstop in 11,5 Stunden oder mit Emirates mit Umsteigen in Dubai.
Einreise: Touristen mit deutschem Pass benötigen kein Visum, aber einen Reisepass, zudem ist das „All in One Travel Form“ (aml.mru.aero/index.php/all-in-one-form) erforderlich, das man am besten bereits zu Hause ausfüllt.
Weitere Auskünfte: mymauritius.travel/de; mauritiusnow.com
Die Reise wurde unterstützt von „Sunlife Resorts“ und Condor. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit