Heute findet in Tripolis ein Seminar zwischen Libyen und Italien statt, das dem Stand und den Perspektiven der bilateralen Beziehungen gewidmet ist und auf Wunsch der libyschen Seite, insbesondere der von [Name der Person] geführten Regierung der Nationalen Einheit (GUN), veranstaltet wird. Abdulhamid Dabaiba. Die Initiative, die im Marriott Hotel in der Hauptstadt stattfand und vom libyschen Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Internationale Zusammenarbeit organisiert wurde, wurde vom italienischen Botschafter in Libyen eröffnet. Gianluca Alberini und ist als strukturierte Gelegenheit für Gespräche zwischen Institutionen und Akteuren beider Länder gedacht, um die bilaterale Partnerschaft im weiteren Sinne zu bilanzieren, wobei der Fokus eher auf technischen als auf politischen Aspekten liegt.
Der Workshop mit dem Titel „Libysch-italienische Beziehungen: Auf dem Weg zu einem Modell globaler und nachhaltiger Zusammenarbeit“ ist in drei thematische Sitzungen unterteilt, die das gesamte Spektrum der Beziehungen zwischen den beiden Ländern abdecken – von den historischen und rechtlichen Dimensionen bis hin zu wirtschaftlichen und handelspolitischen Perspektiven. Die erste Sitzung widmet sich der Entwicklung der italienisch-libyschen Beziehungen und dem entsprechenden Rechtsrahmen. Analysiert werden die wichtigsten Phasen der bilateralen Beziehungen: von der Monarchie über die Entwicklungen nach der libysch-italienischen Erklärung von 1998 bis hin zum Freundschafts-, Partnerschafts- und Kooperationsvertrag von 2008 und den Veränderungen nach 2011 während der libyschen Übergangsphase. Das Panel befasst sich außerdem mit den zwischen den beiden Ländern geschlossenen Rechtsabkommen und den gemeinsamen technischen Kommissionen und konzentriert sich dabei auf die erzielten Ergebnisse und die Perspektiven für eine Aktualisierung des Rechtsrahmens.
Die zweite Sitzung befasst sich mit dem Stand der bilateralen Zusammenarbeit und zukünftigen Möglichkeiten, insbesondere in strategischen Wirtschaftssektoren. Zu den behandelten Themen gehören Energie – sowohl der Ölsektor als auch die Entwicklung erneuerbarer Energien –, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Meeresressourcen und Umweltfragen. Das Panel analysiert zudem Investitionsförderungsmaßnahmen, Exportunterstützung sowie Initiativen zur kulturellen und bildungsbezogenen Zusammenarbeit, darunter Programme in den Bereichen Bildung, technische und berufliche Ausbildung sowie Hochschulbildung. Dieser Rahmen thematisiert auch die Rolle der Entwicklungszusammenarbeit und Initiativen zur Förderung des kulturellen Erbes, die als komplementäre Hebel der bilateralen Partnerschaft betrachtet werden.
Die dritte Sitzung konzentriert sich speziell auf die wirtschaftliche und kommerzielle Dimension sowie die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen dem Privatsektor und der Wirtschaft beider Länder. Das Panel beleuchtet das Investitionsklima Libyens, die wichtigsten Herausforderungen und das Entwicklungspotenzial und stellt Modelle für gemeinsame Projekte und Industriepartnerschaften vor. Zu den behandelten Themen gehören auch die Diversifizierung der libyschen Wirtschaft und die Förderung von Exporten nach Italien mit dem Ziel, die bilaterale wirtschaftliche Integration zu stärken.
Zu den italienischen Teilnehmern gehört unter anderem der Direktor der italienischen Agentur für Entwicklungszusammenarbeit (AICS) in Tunis. Isabella Lucaferri, der Kulturattaché der italienischen Botschaft in Tripolis, Salvatore Ich verstecke mich. der Direktor des ICE in Tripolis, Simona Autuori, der Präsident der italienisch-libyschen Handelskammer, Nicola Colicchi, und der Direktor von Confindustria Assafrica and the Mediterranean, Patricia Mauro. Für die libysche Seite ist der ehemalige Außenminister anwesend. Mohamed Taher Siyala, der Präsident der Handelskammer von Tripolis und Vertreter des Verbandes der libyschen Handelskammern, Anwer Abuuseta, gemeinsam mit Akademikern, Beamten und Abteilungsleitern der zuständigen Ministerien, die die wichtigsten Bereiche der bilateralen Zusammenarbeit repräsentieren.
Laut Tagesordnung umfasst die Veranstaltung Fachvorträge, Gespräche zwischen den Delegationen und eine abschließende Sitzung zur Erarbeitung von Handlungsempfehlungen. Ziel ist es, die wichtigsten historischen Momente der italienisch-libyschen Beziehungen systematisch zu untersuchen, den rechtlichen und institutionellen Rahmen der Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu rekonstruieren und vor allem die gemeinsamen Prioritäten zu aktualisieren. Der Workshop soll konkrete Kooperationsfelder identifizieren, die Koordination zwischen den zuständigen Behörden erleichtern und den bilateralen Dialog in operative Initiativen umsetzen, wobei besonderes Augenmerk auf die Einbindung des Privatsektors und die Beseitigung verbleibender Investitionshemmnisse gelegt wird.
Der Workshop beinhaltet einen Besuch des Nationalmuseums von Tripolis, das sich im historischen Komplex des Roten Schlosses im Zentrum der Hauptstadt befindet. Die kürzlich erfolgte, lang erwartete Wiedereröffnung markiert die Rückkehr einer der wichtigsten Kulturinstitutionen des Landes in den öffentlichen Raum, die aufgrund von Konfliktschäden und Managementschwierigkeiten über ein Jahrzehnt geschlossen war. Die libysche Regierung der Nationalen Übereinkunft (GNA) präsentiert die Initiative als symbolischen Schritt zur Stabilisierung und Revitalisierung des Kultursektors, aber auch als Instrument zur internationalen Sichtbarkeit und zur Stärkung des Images von Tripolis als wieder zugängliche und funktionierende Hauptstadt.
Der Workshop ist Teil einer Phase verstärkten italienischen Interesses an der Libyen-Frage, die sowohl Tripolis als auch Bengasi betrifft, und entspricht zugleich dem Bedürfnis der Regierung der Nationalen Einheit, ihr internationales Profil durch die Wiederbelebung der Partnerschaft mit Rom zu stärken. In einem Kontext, der von Konkurrenz zwischen externen Akteuren und anhaltender interner Zersplitterung geprägt ist, gewinnt die Initiative – obwohl technischer Natur – an politischer Bedeutung: Zum einen soll sie die Beziehungen zu Italien als wichtigem Wirtschafts- und institutionellen Partner festigen, zum anderen soll sie sich als verlässlicher und handlungsfähiger Gesprächspartner präsentieren, der Investitionen anziehen und konkrete Formen der Zusammenarbeit reaktivieren kann.
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