Wegen Verdachts auf einen möglichen Choleraausbruch sitzen mehr als 3.000 Menschen vor der ostafrikanischen Insel Mauritius auf einem Kreuzfahrtschiff fest. Nach einer Reihe von Magen-Darm-Erkrankungen an Bord der Norwegian Dawn verweigerten die Behörden in Mauritius die Anlegeerlaubnis im Hafen der Hauptstadt Port Louis. Zuvor hatte bereits die französische Insel La Réunion das Schiff abgewiesen. Das südliche Afrika erlebt derzeit einen der schwersten Choleraausbrüche seit Jahren.
Nach Angaben aus Behördenkreisen sollen mindestens 14 Passagiere sowie ein Besatzungsmitglied an Durchfall und Erbrechen leiden. Ergebnisse der vom örtlichen Gesundheitsministerium genommenen Proben werden morgen erwartet. Einige Fahrgäste kritisierten die Kommunikation über die vermuteten Fälle auf dem Schiff.
Südliches Afrika verzeichnete zuletzt Hunderttausende Cholerafälle
Die Regierung von Mauritius habe die Ausschiffung für die aktuelle Kreuzfahrt und die Einschiffung für die nächste Kreuzfahrt um zwei Tage auf den 27. Februar 2024 verschoben, teilte die US-amerikanische Reederei Norwegian Cruise Line mit. Die Reederei bietet Hotlines für ihre Gäste an, um Fragen nach der Umbuchung der weiteren Heimreise zu klären.
Cholera wird vor allem durch verunreinigtes Trinkwasser sowie verunreinigte Lebensmittel verbreitet. Durch ein Bakterium wird die Krankheit ausgelöst, die im Darm ein Gift bildet. Viele Infektionen verlaufen symptomlos, jedoch kann in schweren Fällen der starke Flüssigkeits- und Salzverlust binnen Stunden zu Kreislaufkollaps, Muskelkrämpfen bis hin zu Schock und Tod führen.
Das südliche Afrika erlebt seit Monaten einen der schlimmsten Choleraausbrüche seit Jahren. In den 13 betroffenen Ländern wurden bis Mitte Januar etwa 200.000 Krankheitsfälle und mehr als 3.000 Todesfälle gemeldet. Mauritius war in höchster Alarmbereitschaft, da auf den Komoren Fälle aufgetreten waren.