In einer Ansprache an die Nation hat der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi, die Bevölkerung zum Widerstand aufgerufen. „Die Verteidigung der Heimat ist heilig“, sagte er in seiner Fernsehansprache. „Die Demokratische Republik Kongo wird sich nicht beugen.“
Die Einnahme der Provinzhauptstadt Goma im Osten des Landes durch Kämpfer der Miliz M23 sei eine „Beleidigung unserer Geschichte“, sagte Tshisekedi. Der Präsident versprach eine energische Reaktion, um die M23 aus Goma zu vertreiben, und rief junge Kongolesen auf, der Armee beizutreten. Außerdem versprach er einen humanitären Notfallplan.
Tshisekedi hatte zuvor tagelang zum Konflikt in der bodenstoffreichen Region geschwiegen. Während die Rebellen der M23 in Richtung Goma vordrangen, befand er sich auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos.
Am Mittwoch wurden dann Truppenteile der Regierungsarmee in der Provinzhauptstadt von der M23 entwaffnet. Augenzeugen berichteten, dass die Rebellen in mehreren Stadtteilen die Kontrolle übernahmen. Es gibt aber weiter vereinzelten Widerstand in der Stadt. Die Regierungstruppen haben Goma bisher nicht offiziell aufgegeben.
Vorwürfe an das Nachbarland Ruanda
In seiner Ansprache erneuerte Tshisekedi die Vorwürfe an das Nachbarland Ruanda und verwies auf die Anwesenheit Tausender ruandischer Soldaten auf kongolesischem Boden. Die strategisch wichtige Millionenstadt Goma liegt an der Grenze zu Ruanda. Die M23-Kämpfer seien „Marionetten von Kigali“, sagte Tshisekedi. Ruanda bestreitet jedoch, die Rebellen zu unterstützen. Tshisekedi kritisierte auch die internationale Gemeinschaft und warf ihr vor, dass ihre Passivität an Mittäterschaft grenze.
Die Rebellen der M23 hatten schon im Jahr 2012 vorübergehend die Kontrolle über Goma übernommen, bevor sie unter internationalem Druck zum Rückzug gezwungen wurden. Ende 2021 wurden sie wieder aktiv, wie die kongolesische Regierung und Experten der Vereinten Nationen berichten.
Demokratische Republik Kongo
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„Wir sind im Krieg, und die haben nichts Besseres zu tun“
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