Die islamistische Terrorgruppe JNIM hat mit einer Blockade der Verkehrswege zur malischen Hauptstadt Bamako begonnen. Betroffen sind wichtige Verkehrsachsen, die Mali mit dem Senegal, der Elfenbeinküste und Burkina Faso verbinden, berichtete der französische Nachrichtensender RFI. In der senegalesischen Grenzstadt Kidira kam es aufgrund der Blockade zu einem Rückstau. Die Sperre betrifft die Einfahrt in die Hauptstadt, Fahrzeuge dürfen weiterhin die Stadt verlassen.

Die Blockade ist Teil des Kampfes der Islamisten gegen die Militärregierung in Mali. Am vergangenen Wochenende kam es außerdem zu einer Angriffsserie in sechs Städten, die erstmals gemeinsam mit den Separatisten der Gruppe FLA verübt wurden. Bei diesen Angriffen, die als die schwersten seit 2012 gelten, wurde der Verteidigungsminister Sadio Camara getötet. In dem Konflikt griffen JNIM-Terroristen schon mehrfach Verkehrswege an. Im Oktober und November des vergangenen Jahres kam es durch Angriffe auf Lastwagenkonvois zu einer Treibstoffkrise, die unter anderem zu Schulschließungen führte.

Rebellengruppe FLA fordert Rückzug Russlands aus Mali

Der Sprecher der Rebellengruppe FLA, Mohamed Elmaulud Ramadan, sagte zuletzt, dass die Militärjunta in Mali »früher oder später fallen« werde. »Sie haben keine Möglichkeit, sich an der Macht zu halten« Neben der Blockade auf die Hauptstadt durch die JNIM versucht die FLA, das Gebiet Azawad im Norden Malis zu erobern. Diesen Angriffen könne »die Junta nicht standhalten«. Ein Ziel der Rebellengruppe ist der dauerhafte Rückzug Russlands aus dem Land. Die russische paramilitärische Einheit Afrikakorps unterstützt die Militärregierung.

Seit vielen Jahren ist Mali von Gewalt betroffen. Die seit zwei Putschen in den Jahren 2020 und 2021 herrschenden Militärs
sehen sich unter anderem mit einer Rebellion islamistischer Extremisten
konfrontiert, die immer wieder Anschläge und Angriffe auf
Regierungstruppen verüben. Zudem sind kriminelle Banden in dem Land
aktiv.

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