Zierlicher Körperbau…

Das neuentdeckte Homo habilis-Fossil ist demnach rund 2,02 bis 2,06 Millionen Jahre alt und umfasst beide Ober- und Unterarme, Teile der Schulterblätter, beide Schlüsselbeine, Teile des Hüftknochens und des Kreuzbeins. Die Analysen ergaben zudem, dass diese Skelettteile zu einem schon früher an dieser Fundstätte entdeckten Kieferfragment gehören. Diese Funde stammen damit alle vom selben Individuum. „Das Fossil KNM-ER 64061 ist damit das bislang vollständigste postcraniale Zeugnis des Homo habilis“, so Grine und seine Kollegen.

Das Fossil erlaubt es nun, mehr über die Anatomie und Statur dieses Frühmenschen zu erfahren. Demnach war KNM-ER 64061 rund 1,60 Meter groß und wog rund 31 Kilogramm. Er war damit kleiner und leichter gebaut als der Homo erectus, aber schon deutlich größer als Vormenschen wie der Australopithecus. Auch die Fragmente des Beckens und Kreuzbeins legen nahe, dass Homo habilis im Vergleich zu den Vormenschen weiter entwickelt war.

…aber lange und starke Arme

Interessant sind jedoch die Arme des Homo habilis. Die Knochen aus Koobi Fora zeigen, dass diese länger und kräftiger waren als bei seinem Nachfolger Homo erectus. Vor allem die Unterarme des Homo habilis waren im Verhältnis deutlich länger. Die Knochen seiner Schultern und Arme hatten zudem eine ungewöhnlich dicke äußere Schicht, wie Grine und seine Kollegen feststellten. Im Bau seiner Arme und Schultern ähnelte der Homo habilis demnach noch stärker dem Australopithecus.

Dies könnte darauf hindeuten, dass sich der Homo habilis auch in seiner Lebensweise noch von dem weiter entwickelten Frühmenschen Homo erectus unterschied, wie das Team erklärt. „Was jetzt noch fehlt, sind nähere Erkenntnisse über die unteren Extremitäten des Homo habilis“, sagt Koautorin Ashley Hammond vom American Museum of Natural History in New York. „Wenn wir Fossilien seiner Beine hätten, könnte dies unsere Vorstellung von dieser Schlüssel-Spezies weiter verändern.“ (The Anatomical Record, 2026; doi: 10.1002/ar.70100)

Quelle: Institut Català de Paleontologia







21. Januar 2026

– Nadja Podbregar