Tränengas und WaffengewaltTansania: Polizei geht gewaltsam gegen Demonstrierende nach umstrittenen Wahlen vor ae971a7f810502f4fab73121d9755107(Foto: dpa)TeilenFolgen auf:whatsappwhatsapp

Einen Tag nach der umstrittenen Parlaments- und Präsidentenwahl in Tansania reißen die Proteste gegen die Regierung nicht ab. Die Polizei ging am Donnerstag mit Tränengas und Waffengewalt gegen Demonstranten vor, die den zweiten Tag in Folge auf die Straßen gingen. Augenzeugen berichteten von Protesten in der Wirtschaftsmetropole Daressalam sowie in den Städten Arusha und Mwanza. Bereits am Mittwoch soll es im Zuge der Ausschreitungen zu mehreren Todesfällen gekommen sein.

Die Abstimmung am Mittwoch war von gewaltsamen Demonstrationen überschattet worden, die sich gegen den Ausschluss der beiden aussichtsreichsten Herausforderer von Präsidentin Samia Suluhu Hassan von der Wahl richteten. Die Teilnehmer der Kundgebungen protestierten zudem gegen zunehmende Repressionen.

In der Millionenmetropole Daressalam wurden am Mittwoch Regierungsgebäude in Brand gesetzt, die Polizei verhängte eine nächtliche Ausgangssperre. In Diplomatenkreisen hieß es, mindestens zehn Menschen seien getötet worden. Der staatliche Rundfunk begann mit der Verkündung vorläufiger Wahlergebnisse, denen zufolge Hassan in mehreren Wahlkreisen eine deutliche Mehrheit erzielt hat.

Hassan hatte nach ihrem Amtsantritt 2021 zunächst Lob für eine Lockerung der repressiven Politik ihres Vorgängers John Magufuli erhalten. Menschenrechtler und Oppositionelle werfen ihrer Regierung jedoch in jüngster Zeit Entführungen von Kritikern vor. Die größte Oppositionspartei Chadema war im April von der Wahl ausgeschlossen worden, ihr Vorsitzender Tundu Lissu wurde wegen Hochverrats angeklagt. Die Wahlkommission schloss zudem den Kandidaten der Oppositionspartei ACT-Wazalendo aus, so dass nur noch kleinere Parteien gegen Hassan antraten.

Quelle: ntv.de, afp