Wichtige Ziele der deutsch-ruandischen Zusammenarbeit sind die Bekämpfung der Armut, die Förderung des sozialen Zusammenhalts und eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung des Landes, die auch die Unterstützung beim Aufbau des pharmazeutischen und biotechnologischen Sektors umfasst. Die Zusammenarbeit dient außerdem dem Schutz globaler öffentlicher Güter, wie Klima, Frieden und Sicherheit, und der Stärkung der Menschenrechte, der Gleichstellung der Geschlechter sowie einer zukunftsweisenden Digitalisierung.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) greift bei der Zusammenarbeit mit Ruanda zentrale Anliegen der ruandischen Entwicklungsstrategien und der G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Initiative „Compact with Africa (Externer Link)“ auf.
Im Rahmen dieser Initiative unterstützt Deutschland im Verbund mit anderen Gebern Ruanda dabei, die Bedingungen für private Investitionen zu verbessern. So wurde zum Beispiel in der ruandischen Hauptstadt Kigali ein „German Business Desk“ eingerichtet, um Investitionen im entwicklungspolitischen Umfeld zu fördern.
Die bilaterale (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Entwicklungszusammenarbeit mit Ruanda konzentriert sich auf folgende Kernthemen:
Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt
Aktionsfeld: Gute RegierungsführungNachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung
Aktionsfelder: Berufliche Bildung, Privatsektor- / FinanzsystementwicklungKlima und Energie, Just Transition (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)
Aktionsfelder: Anpassung an den Klimawandel und Klimaschutz, Nachhaltige Stadtentwicklung
Zusätzlich unterstützt Deutschland die Menschenrechtsarbeit zivilgesellschaftlicher (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Organisationen, um die Rechte besonders benachteiligter Bevölkerungsgruppen gegenüber staatlichen Institutionen zu stärken (zum Beispiel Jugend-, Frauen- und Gesundheitsrechte).
Bei Regierungsverhandlungen im Juni 2024 hat Deutschland der Republik Ruanda bis zu 111 Millionen Euro für den Zeitraum 2024 bis 2026 neu zugesagt. Davon entfallen bis zu 79 Millionen Euro auf die finanzielle (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und bis zu 32 Millionen Euro auf die technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).
Darüber hinaus stellt Deutschland im Rahmen der Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für sozial gerechten Wandel“ bis zu 6,6 Millionen Euro bereit.
Wegen der aktiven Beteiligung Ruandas an der Offensive der M23-Rebellen in Ostkongo hat das Entwicklungsministerium die für Mitte Februar 2025 geplanten Regierungskonsultationen mit Ruanda abgesagt. Deutschland hat das Vorgehen der M23 und der Rwandan Defense Forces (RDF) einschließlich der Einnahme der Provinzhauptstädte Goma (Nord-Kivu) und Bukavu (Süd-Kivu) mehrfach verurteilt. Als Reaktion auf die anhaltende Offensive setzte Deutschland im März 2025 entwicklungspolitische Neuzusagen für Ruanda aus.
Initiativthema „Digitalisierung und Daten“
Das BMZ unterstützt die Digitalisierung Ruandas mit dem Ziel, die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für den digitalen Wandel zu verbessern und einen sicheren Internetzugang für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen.
Dazu wurde unter anderem 2019 in Kigali das größte BMZ-Digitalzentrum eröffnet. Es soll digitale Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung des Landes entwickeln und eine Brückenfunktion zwischen deutschen und europäischen Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Ruanda übernehmen.