Die Flutkatastrophe in Mosambik weitet sich immer stärker aus. Das UN-Büro für humanitäre Hilfe (OCHA) teilte mit, dass mehr als eine halbe Million Menschen betroffen sei. „Die Zahlen steigen weiter“, sagte OCHA-Koordinatorin Paola Emerson. Viele Teile des Landes im Südosten des afrikanischen Kontinents stehen unter Wasser.
Nach Angaben der UN sind die Schäden groß. So wurden fast 5.000 Kilometer an Straßen zerstört. Auch die wichtigste Verbindung zur Hauptstadt Maputo ist demnach nicht befahrbar. „Die Situation bleibt dynamisch und gefährlich“, sagte Emerson. Rund 90 Prozent der Menschen würden in Häusern leben, die starkem Regen nicht standhalten. Auch wenn der Regen bald nachlassen soll, bleibe die Lage angespannt.
Straßen werden zu reißenden Flüssen
Besonders hart traf es die Provinz Gaza im Süden von Mosambik. Dort leben rund 1,4 Millionen Menschen. Die Gouverneurin Margarida
Mapandzene Chongo sagte, viele Menschen seien in Schulen und Kirchen
untergebracht worden. Sie flohen aus bereits überfluteten Orten und aus
Gebieten, die bald unter Wasser stehen könnten.
Die Behörden teilten mit,
dass rund 40 Prozent der Provinz überflutet sind. Auf Videos aus der Stadt Xai‑Xai, der Hauptstadt der Provinz Gaza, wirkten die Straßen wie reißende Flüsse. Auch aus der
nahe gelegenen Stadt Chókwè zeigten Bilder Häuser, die bis zu den Dächern im Wasser stehen.
Der Präsident von Mosambik, Daniel Chapo, sagte laut der staatlichen Zeitung Notícias seine Reise zum Weltwirtschaftsforum in der Schweiz ab. Die Zahl der Toten durch Überschwemmungen im gesamten Süden Afrikas liegt laut offiziellen Angaben bei mehr als 200. Betroffen von der Katastrophe sind neben Mosambik auch Südafrika und Simbabwe. Südafrika rief den nationalen Notstand aus.
Mosambik wurde in der Vergangenheit immer wieder von heftigen Überschwemmungen durch starke Regenfälle oder Zyklone getroffen. Der Klimawandel verstärkt solche Extremereignisse.
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