Der Papstvertreter im Land hat vor Politikern, Diplomaten und Religionsvertretern zu Dialog und Versöhnung aufgerufen.

Ungarn: „Kirche keinem politischen Lager verpflichten“

Der Erzabt der Benediktinerabtei Pannonhalma, Cirill T. Hortobágyi, hat eine kritische Bilanz des Verhältnisses von Kirche und Staat in Ungarn gezogen und zu mehr Distanz der …

Erzbischof Waldemar Stanisław Sommertag äußerte sich diese Woche vor Regierungsvertretern, religiösen Würdenträgern und Mitgliedern des diplomatischen Korps. Anlass waren Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Guinea-Bissau.

Dialog und Versöhnung

Dabei hob der Erzbischof hervor, dass ein kontinuierlicher Dialog für die nationale Stabilität unerlässlich sei und Versöhnung eine „wesentliche Voraussetzung für die Zukunft“ des Landes bleibe. Entwicklung könne nur durch Einheit und Vergebung erreicht werden, so der Diplomat, der alle nationalen Institutionen aufrief, sich vom Dialog leiten zu lassen. Die Achtung der Menschenwürde müsse im Mittelpunkt des sozialen und politischen Lebens stehen, bekräftigte er.

Kirche trägt zu sozialer Stabilität bei

Der katholische Kirchenvertreter hob weiter den Beitrag der Kirche zur sozialen Stabilität durch ihre pastoralen, Bildungs- und Gesundheitsinitiativen hervor und beschrieb sie als eine „stille, aber wirkungsvolle Präsenz“, insbesondere in gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

Erzbischof Sommertag erinnerte an die Geschichte der diplomatischen Beziehungen und unterstrich die Bedeutung des Apostolischen Schreibens Quoniam Inter für die Einrichtung der Nuntiatur. Er bezeichnete den Besuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1990 als einen Wendepunkt für die Stärkung der bilateralen Beziehungen.

Politische Unsicherheit

Nach einem Militärputsch im vergangenen November herrscht in Guinea-Bissau politische Unsicherheit. Interimspräsident Horta Inta-A Na Man hatte nach dem Putsch vom 26. November 2025 in Guinea-Bissau die Macht übernommen. Die Armee hatte den Putsch im November damit begründet, die Verschwörung eines Drogenbarons und mehrerer Politiker verhindern zu wollen. Guinea-Bissau ist ein Umschlagplatz des Kokainschmuggels.

Seit den politischen Umwälzungen positioniert sich die katholische Kirche als Stimme der Versöhnung und des nationalen Dialogs. Im Kontext des Putsches hatten die Bischöfe Bürger und Behörden aufgerufen, das menschliche Leben zu achten, die Grundrechte zu schützen und dem Gemeinwohl Priorität einzuräumen. Erzbischof Sommertag vertritt den Papst auch in Senegal, Kap Verde und Mauretanien.

(aciafrica – pr)