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Was für ein Comeback!

Fast zehn Jahre nach seinem letzten Einsatz im Nationaltrikot steht Ex-Werder-Profi Melvyn Lorenzen (31) plötzlich wieder im Rampenlicht – beim Afrika-Cup! Und wie es dazu kam, ist mindestens so verrückt wie sein Weg durch den Weltfußball.

Der gebürtige Londoner, einst Bundesliga-Stürmer bei Werder Bremen (14 Bundesligaspiele, 1 Tor), kickt mittlerweile in Thailand bei Muangthong United – und feierte nun völlig überraschend sein Comeback für Uganda. Warum? Weil er sich selbst per WhatsApp bewarb!

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„Ich habe ihnen geschrieben, dass ich in Thailand spiele, und dazu mein Highlight-Video rübergeschickt“, erzählte der Offensivmann dem Kicker. Dazu ein kurzer Text: „Ich bin verfügbar – für was auch immer ansteht.“

Und siehe da: Der Verband reagierte. Nur Wochen später war Lorenzen wieder im Kader, durfte im November gegen Marokko und Tschad ran – und traf direkt!

Sein mutiger Eigen-Vorstoß überzeugte Trainer Paul Put sofort. Der Belgier berief Lorenzen nun sogar in den finalen Kader für den Afrika-Cup, wo der Ex-Bremer heute Abend gegen Tunesien (21 Uhr) sogar in der Startelf stehen könnte.

Lorenzen, der Sohn eines ugandischen Vaters und einer deutschen Mutter, spielte 2016 ein einziges Mal für Uganda – damals 45 Minuten gegen Simbabwe. Danach kam nichts mehr.

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Bis er selbst zum Handy griff. „Ich hatte einfach Bock drauf. Ich wollte nochmal für Uganda auflaufen“, sagt Lorenzen, der sich bei diesem Turnier nicht mit der Rolle als Mitläufer zufriedengeben will.

Lorenzen im Dress von Werder Bremen in der Saison 2015/16

Lorenzen im Dress von Werder Bremen in der Saison 2015/16

Foto: picture alliance / Pressefoto ULMER/Markus Ulmer

Sein Ziel: Mit Uganda die K.o.-Runde erreichen!

„Wir sind zwar die Underdogs in der Gruppe mit Nigeria, Tunesien und Tansania, aber auch die besten Drittplatzierten kommen weiter – also ist alles möglich!“, so der 1,88-Meter-Stürmer.

Der Afrika-Cup findet dieses Jahr in Marokko statt – zum zweiten Mal seit 1988. Gespielt wird bis zum 18. Januar in sechs Städten und neun Stadien. Insgesamt treten 24 Nationen an, verteilt auf sechs Vierergruppen. Die jeweils ersten beiden sowie die vier besten Gruppendritten schaffen den Sprung ins Achtelfinale. In Deutschland zeigt Sportdigital alle 52 Spiele live, das Finale aus Rabat wird zusätzlich kostenlos auf YouTube übertragen.