Chinese fliegt am Flughafen Nairobi mit Tausenden Ameisen­königinnen im Gepäck auf

In Kenia ist der mutmassliche Kopf eines Ameisen-Schmugglerrings verhaftet worden. Die geschützten Tiere waren in Probenröhrchen und Papiertuchrollen versteckt. Ziel: Europa und Asien.

Oliver Schneider Publiziert: 13.03.2026, 12:47 Nahaufnahme von Messor-Schnitterameisen beim Umzug durch ein Rohr in ein Acryl-Formikarium, Seitenansicht mit selektivem Fokus.

In Kenia wächst ein illegaler Handel: Tausende geschützte Ameisenköniginnen werden für exotische Haustiermärkte ausser Landes geschafft. (Symbolbild)

Foto: Hanna Taniukevich (Getty Images)

Ein chinesischer Staatsangehöriger ist auf dem Flughafen der kenianischen Hauptstadt Nairobi mit einer ungewöhnlichen Schmuggelware aufgeflogen. Zhang K. wurde auf dem Jomo Kenyatta International Airport verhaftet, weil er in seinem Gepäck mutmasslich über 2000 Ameisenköniginnen aus dem afrikanischen Land schaffen wollte.

Der Mann habe die lebenden Tiere zum Teil in Probenröhrchen transportiert, schilderte ein Staatsanwalt gemäss einem Bericht der BBC den Schmuggelversuch am Mittwoch vor Gericht. Andere Ameisen habe er in Papiertuchrollen versteckt. K. dürfte der Kopf eines ganzen Netzwerks von Ameisen-Schmugglern sein, vermuten die Ermittler. Es wurde letztes Jahr in Kenia zerschlagen.

Endstation Nairobi: So sollten mehr als 2000 Ameisen ausser Landes geschafft werden.

Video: Reuters (Youtube)

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Im vergangenen Mai verurteilte ein kenianisches Gericht vier Männer zu einem Jahr Gefängnis, weil sie versucht hatten, Tausende lebender Ameisenköniginnen aus dem Land zu schmuggeln. Es war der erste Fall dieser Art in dem ostafrikanischen Land. Zwei der Verurteilten – Teenager aus Belgien – beteuerten damals vor den Richtern, dass sie die Ameisen lediglich als Hobby gesammelt hätten. Dass dies illegal sei, sei ihnen nicht bewusst gewesen.

Für Haustiermärkte in Europa und Asien bestimmt

Bei den Tieren handelte es sich unter anderem um Messor cephalotes, eine grosse rote Ameise, die in Ostafrika heimisch und bei internationalen Sammlern sehr begehrt ist. Einzelne Exemplare können laut britischen Händlern umgerechnet bis zu 175 Franken wert sein.

Die Art steht unter dem Schutz internationaler Biodiversitätsabkommen. Ihr Handel unterliegt strengen Vorschriften. Im vergangenen Jahr warnte der Kenya Wildlife Service (KWS) vor der steigenden Nachfrage nach den Insekten. Vor allem in Europa und Asien, wo sie als Haustiere gehalten werden. Die Entfernung der Tiere aus ihrem Ökosystem könne sich negativ auf die Bodengesundheit und die Artenvielfalt auswirken.

Es wird angenommen, dass die gefundenen Ameisen für den Verkauf auf Märkten für exotische Haustiere bestimmt waren. Ein hochrangiger Beamter der KWS sagte der BBC, dass weitere Festnahmen zu erwarten seien. Die Ermittler würden ihre Untersuchungen nun auf weitere kenianische Ortschaften ausweiten, in denen vermutlich ebenfalls Ameisen eingesammelt werden.

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