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Seit Freitag vergangener Woche haben schwere Überschwemmungen in Kenia mindestens 42 Menschen das Leben gekostet. Das teilte die Regierung laut dem Nachrichtenportal Africanews mit. Allein in der Hauptstadt Nairobi kamen 26 Menschen ums Leben, wie Kenias Minister für öffentlichen Dienst, Geoffrey Ruku, Al Jazeera zufolge am Sonntag vor Journalisten mitteilte.
Laut dem Polizeichef von Nairobi, George Seda, seien mehrere Opfer ertrunken, andere durch Stromschläge getötet worden. Er warnte, die Zahl der Toten könne weiter steigen, da die Such- und Rettungsarbeiten andauerten, so die Nachrichtenagentur AP.
Heftige Regenfälle hatten seit Freitag Sturzfluten in mehreren Landesteilen ausgelöst. In Nairobi überfluteten die Wassermassen tiefer gelegene Viertel und informelle Siedlungen, rissen Fahrzeuge mit und zwangen Autofahrer, durch hüfthohes Wasser zu waten. Auch die Fluggesellschaft Kenya Airways meldete laut Al Jazeera Störungen im Flugverkehr – einige Maschinen mussten in die Küstenstadt Mombasa umgeleitet werden.
Touristen per Hubschrauber evakuiert
Im Maasai-Mara-Naturschutzgebiet im Südwesten des Landes wurden Touristen und Personal per Hubschrauber evakuiert, nachdem der Mara- und der Talek-Fluss über die Ufer getreten waren, wie Marc Goss, Geschäftsführer des Mara Elephant Project Trust, gegenüber der Nachrichtenagentur AP erklärte.
Präsident William Ruto ordnete den Einsatz von Soldaten und Rettungskräften an und ließ Nahrungsmittel aus den strategischen Reserven verteilen. Die Regierung übernehme zudem die Krankenhauskosten der Verletzten, erklärte Ruto in einer Stellungnahme. „Diese Überschwemmungen zeigen erneut, wie dringend dauerhafte Lösungen für das wiederkehrende Hochwasserproblem in unseren Städten nötig sind“, so der Präsident.
Das Kenianische Rote Kreuz berichtete, dass auch in benachbarten Landkreisen Hunderte Haushalte betroffen und große Ackerflächen zerstört worden seien. Sprecher Munir Ahmed forderte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP gemeinsame Anstrengungen von Regierung und Hilfsorganisationen.
Wissenschaftler führen die zunehmende Intensität solcher Wetterereignisse auf den Klimawandel zurück: Laut einer Studie der Organisation World Weather Attribution aus dem Jahr 2024 hat die Erderwärmung verheerende Regenfälle in Ostafrika doppelt so wahrscheinlich gemacht wie zuvor. Auch Nachbarländer wie Somalia und Äthiopien sind betroffen.

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