Die Verfassung Sambias verbietet Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Es existieren Rechtsrahmen zum Schutz der Eigentumsrechte von Frauen, darunter der Lands Act von 1995, der Gender Equity and Equality Act von 2015 und die National Gender Policy von 2023. Sie alle zielen darauf ab, jede Form der Diskriminierung von Frauen zu beseitigen und ihnen die Teilhabe an allen Bereichen des Lebens zu ermöglichen.
Dennoch sehen sich sambische Frauen mit kulturell tief verwurzelten Praktiken konfrontiert, die die uneingeschränkte Ausübung dieser Rechte einschränken. Dazu gehört die patrilineare Erbfolge, ein System, in dem Eigentum oder Landbesitz ausschließlich über die männliche Linie vererbt wird. Weitere kulturelle Einschränkungen sind heiratsbezogene Praktiken, bei denen Frauen nur über ihre Ehemänner Zugang zu Land erhalten, sowie die Zahlung eines „Brautpreises“, die oft mit der Vorstellung verbunden ist, dass Frauen gekauft werden. Die Unterordnung und Abhängigkeit der Frauen von ihren Ehemännern in diesen traditionellen Strukturen schränken nicht nur ihren Zugang zu Land ein, sondern auch ihre Mitbestimmung in Fragen von Land und Eigentum.
Diese kulturellen Normen stehen Geschlechtergerechtigkeit im Weg, insbesondere was die Möglichkeiten von Frauen betrifft, Wohlstand und Vermögen zu generieren. Obwohl Sambia über gesetzliche Vorschriften verfügt, die die Rechte der Frauen stützen, genießen Gewohnheitsrechte in der Regel hohes Ansehen – aufgrund des starken Einflusses traditioneller Autoritäten und kultureller Überzeugungen.
Lücken zwischen Richtlinien und Umsetzung
Die sambische Gesetzgebung hat zwar Anstrengungen unternommen, um diese Ungleichheit zu beseitigen, doch strukturelle Einschränkungen bremsen den Fortschritt. So umfasst beispielsweise Artikel 23 der Verfassung, der Diskriminierung verbietet, keine Personenstandsgesetze, die sich speziell auf das Erbrecht beziehen. Auch für das Gewohnheitsrecht gilt der Artikel nicht uneingeschränkt.
Zudem zielt die 2021 eingeführte National Lands Policy darauf ab, die Sicherheit des Landbesitzes für alle Sambier*innen zu erhöhen, insbesondere für Frauen, Jugendliche und Menschen mit Behinderungen. Hindernisse wie ein Mangel an Informationen, hohe Kosten, mühselige Verwaltungsverfahren und die oben genannten kulturellen Normen müssen jedoch noch angegangen werden.
Insbesondere was den Punkt „Informationen“ betrifft, zeigen Studien, dass trotz eines günstigen rechtlichen Umfelds nur wenige Frauen tatsächlich Land erwerben konnten. Dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass sie sich ihrer Rechte nicht voll bewusst sind, insbesondere in ländlichen und stadtnahen Gebieten. Frauen müssen über ihre Rechte gemäß Gesetz und Gewohnheitsrecht aufgeklärt werden.
Wo diese beiden Systeme im Widerspruch zueinander stehen, sollte das Gesetz Vorrang haben. Die Durchsetzung bestehender Richtlinien, Gesetze und Vorschriften, die die Eigentumsrechte von Frauen stützen, ist jedoch häufig unzureichend, da in ländlichen Gebieten auch der Zugang zu formellen Rechtsmitteln fehlt. Infolgedessen bleiben geschlechtsspezifische Ungleichheiten, die von traditionellen Praktiken herrühren, oft ungehindert bestehen. Aufgrund dieser Mängel ist die Umsetzung der verfassungsrechtlichen Schutzmaßnahmen für Frauen eine zentrale Herausforderung.
Traditionelle Anführer als potenzielle Verbündete
Männer und traditionelle Anführer haben das Potenzial, die größten Verbündeten, Unterstützer und Verfechter der Geschlechtergleichstellung zu werden. Während Gewohnheitspraktiken mit den gesetzlichen Schutzbestimmungen in Einklang gebracht werden sollten, können traditionelle Anführer auch Bräuche und traditionelle Regeln, die Frauen diskriminieren, überprüfen und überarbeiten sowie Regeln zur Förderung der Gleichberechtigung erlassen. Sie können Frauen miteinbeziehen und deren aktive Beteiligung in Ausschüssen zur Landzuteilung fördern. Sie können auch mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie etwa ihren Ehefrauen und Töchtern Land zuteilen. Das wird andere Männer ermutigen, es ihnen gleichzutun, insbesondere wenn sie die Erträge aus den Investitionen der Frauen sehen.