Zwei Angehörige der US-Streitkräfte werden seit Samstagabend nach einem Vorfall während des internationalen Großmanövers „African Lion 2026“ im Süden Marokkos vermisst. Die US-Armee und die marokkanischen Streitkräfte leiteten umgehend eine koordinierte Suchaktion in der Region Tan-Tan ein, wie offizielle Stellen am Sonntag mitteilten.
Nach Angaben der marokkanischen Streitkräfte auf der Plattform Facebook konzentriert sich die Suche auf das Gebiet am Cap Draa. Die Operation umfasst Einheiten zu Land, in der Luft sowie auf See, um die Soldaten in der Nähe einer dortigen Klippe ausfindig zu machen.
Das in Stuttgart stationierte US-Afrikakommando (Africom) bestätigte den laufenden Einsatz. Ein Sprecher der US-Seite gab gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erste Details zu den Hintergründen des Verschwindens bekannt.

„Ich kann bestätigen, dass dieser Vorfall nicht mit Terrorismus in Verbindung steht, sondern offenbar ein Unfall war“, erklärte ein US-Vertreter, Name nicht genannt, gegenüber AFP.
Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass die Männer unweit des Atlantiks verunglückten. Mehrere Rettungsteams, darunter Taucher und Drohnenpiloten, sind an der Suche beteiligt.
„Erste Berichte deuten darauf hin, dass die beiden Soldaten ins Meer gestürzt sein könnten“, ergänzte der US-Vertreter im Gespräch mit AFP.

Berichten des Wall Street Journals zufolge könnten die Soldaten nach Abschluss einer Übung privat wandern gegangen sein. An dem seit Ende April laufenden Manöver „African Lion 2026“ nehmen insgesamt rund 5000 Soldaten aus über 40 Nationen teil.
Die Übung in der Region um Agadir soll planmäßig bis zum 8. Mai fortgesetzt werden. Marokko gilt laut Sipri-Daten als bedeutendster Waffenimporteur Afrikas und pflegt seit den Abraham-Abkommen von 2020 enge Sicherheitsbeziehungen zu den USA und Israel.