Margret und Joachim Knoche waren von Ende Januar bis Anfang März wieder für fünf Woche in Namibia bei den Projekten es Vereins. Von dort aus haben sie folgendes berichtet:
Operi will Hilfskrankenschwester und Jensy will registrierte Krankenschwester werden. Beide haben schon angefangen und sind fröhlich beim Lernen.
Ob das bei Operi so bleibt, bin ich mir nicht sicher. Sie wohnt in Swakopmund mit ihrem Partner, der nur gelegentlich Arbeit hat, sehr weit draußen in einem Holzverschlag. Sie läuft jeden Tag 2 mal 1 ½ Stunden zu ihrer Schule und wieder zurück. Zu Hause hat sie keinen Stuhl und keinen Tisch, an dem sie lernen kann. Sie arbeitet deshalb in der Bücherei. Das ist zwar gut, aber dadurch ist sie an den meisten Monaten im Jahr morgens und abends im Dunkeln unterwegs. Und das ist für junge Frauen schon gefährlich. Wahrscheinlich müssen wir ihr doch noch zusätzlich das Transportgeld geben.
Dorian ist im dritten Lehrjahr und will Elektriker werden. Zwei Jahre lang wurde er von der Familie gefördert, die es aber nun nicht mehr stemmen kann. Deshalb haben wir ihn für die restlichen 1 ½ Jahre übernommen. Ihn trafen wir in Walvisbay auf seiner Praktikumsstelle. Er arbeitet dort von morgens um sieben bis abends um sieben und an den Wochenenden auch jeweils acht Stunden. Als kleine Entlohnung bekommt er 50.-€ monatlich. Aber er wirkte zufrieden und glücklich, er lernt sehr viel. Beim letzten Praktikum war sein Schwerpunkt die Hauselektrik, nun lernt er die Schiffsmotoren zu reparieren. Aber für Praktikanten scheint das Arbeitsrecht in Namibia nicht zu gelten.
Schon zweimal haben wir Numeri und Emely auf der Haushaltsschule Anistemi besucht. Beide waren vom ersten Tag anwesend und werden schon unterrichtet. Von dem Leitungsehepaar Beukes hörten wir, dass noch mehrere andere fehlen, die wohl erst im März kommen. Nach den Weihnachtsferien und dem Familienurlaub sind bei vielen Familien die Kassen leer, so dass sie kein Geld haben, um ihre Kinder zum Lernen zu schicken. Deshalb kommen viele erst im März, wenn der Unterrichtsmonat wieder bezahlt werden kann. Emely, die bis Januar in unserer Suppenküchen und bei Frühstücksprojekt der Grundschule für die 80 hungrigen Kinder gearbeitet hat, wohnt mit ihrem fünfjährigen Sohn Gideon dort in einem Zimmer. Für den Sohn wird eine Vorschule organisiert, während Emely morgens und nachmittags Unterricht hat. Für sie ist vieles neu, da sie nur bis zu ihrer ersten Schwangerschaft in Klasse 8 in der Schule war. Zusätzlich bekommt sie dort an der Schule viel Struktur für ihr Leben, alles das, was es in Okombahe nicht gibt. Das ist nicht einfach, sowohl für Emely als auch für Gideon. Hoffentlich hält sie durch und nimmt viele Ideen mit nach Okombahe. Das wäre soooo wichtig.
VIELEN DANK an alle Sponsoren unserer Auszubildenden. Falls auch Sie für nächstes Jahr ein Ausbildungsjahr (mit-)finanzieren wollen, dann melden Sie sich bitte. Im Oktober werden wir wieder Interviews mit neuen Anwärtern haben.
Suppenküchen sind wichtig, um eine spontane Not aufzufangen, aber die Kindergärten, Schulen und Ausbildungen sind eine aktive Hilfe zur Selbsthilfe.
Falls Sie unsere Projekte in Namibia fördern wollen, dann können Sie gerne auf unser Vereinskonto Sparkasse Hohenlohekreis, IBAN: DE57 6225 1550 0220 0211 06 überweisen. Mehr Informationen zu den Projekten finden Sie auf unserer Vereinshomepage www.namibia-verein.de.
Joachim Knoche, 1. Vorsitzender, Tel 07949 940269
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