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Drohen und umgarnen? Wie die CDU die Grünen zum Einlenken bewegen könnte. © Renate Hoyer
Die Grünen wollen einfach keine Kenia-Koalition. Aber die CDU kann auch anders. Die FR-Kolumne aus dem Frankfurter Römer.
Leppert: Meinst du, der Jovo Schmidt von der Tierschutzpartei wäre bei der Abwahl der Grünen im Magistrat dabei?
Busch: Nein, der mag die Grünen.
Leppert: Okay, Bäppler-Wolf, Pfeiffer, vielleicht Pärisch …
Busch: Fehlen immer noch Stimmen. Und wenn einer krank wird, entscheidet die AfD plötzlich über die Stadtregierung.
So, ihr grünen Wahlverlierer:innen, jetzt aber mal ganz schnell zurück an den Verhandlungstisch. Sonst setzt es was. Die CDU hat genug von euren Spielchen. Wie kommt ihr auf die Idee, ihr könntet euch einfach eine Partnerin für die Koalition aussuchen? Wir sind hier doch nicht beim Abschlussball in der Tanzschule. Die Flagge Kenias hat drei Farben: Schwarz, grün und rot. Keine weitere. Ende der Durchsage.
Ja, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, wir sind am Dienstag gespannt zur Pressekonferenz der CDU gegangen. Und wir wurden nicht enttäuscht. Der wichtigste Mann der Union in Frankfurt, Nils Kößler, hat erst gesagt, dass er den Grünen nicht drohen will – und dann genau das getan. Entweder es wird über Kenia verhandelt, oder Dezernent:innen der Grünen müssen mit Abwahl rechnen.
Wir sind uns nicht sicher, ob diese Ansage so klug war. Wenn CDU, SPD und FDP die Abwahl vorantreiben, fehlen immer noch fünf Stimmen. Und mal abgesehen davon, dass die FDP wohl auch nicht ohne Gegenleistung mitmachen wird: Das wird eine knappe Nummer. Es sei denn, die CDU setzt auf Stimmen der AfD, was Nils Kößler aber nicht tut. Dafür: Dankeschön.
Gibt es denn wirklich keine anderen Lösungen, um die Grünen zum Einlenken zu bewegen? Doch, wir haben vier Vorschläge für die CDU.
Die CDU droht mit dem Comeback von Jan Schneider. Dann ist Schluss mit dem Gendern in Frankfurt. Dann gibt es nur noch Dezernenten und Bürger.
Die CDU unterwandert den Kreisverband der Grünen und wählt Manuel Stock zum Vorsitzenden. Manche nennen den ehemaligen Fraktionschef der Grünen Ober-Realo, andere einfach nur Pragmatiker, aber der Deal mit Volt wäre ganz schnell Geschichte.
Die CDU tut so, als sei sie ganz besorgt über das schlechte Verhältnis zwischen Grünen und SPD. Sie organisiert ein Therapie-Wochenende. Während ein sehr spannendes Handballspiel im Fernsehen läuft, muss Kämmerer Bastian Bergerhoff den SPD-Dezernentinnen Sylvia Weber und Ina Hartwig bei einer zweistündigen Klettertour richtig glaubhaft versichern, dass er sie eigentlich sehr gerne mag.
Die CDU umgarnt die Grünen. In einer gemeinsamen Pressemitteilung heißt es: Die Berta-Jourdan-Schule soll bleiben, wo der Pfeffer wächst, den Stau auf der Berliner Straße gibt es gar nicht, und Nargess Eskandari-Grünberg kann Bürgermeisterin bleiben, wenn die Grünen in drei Jahren den OB-Kandidaten der CDU, Nils Kößler, unterstützen.