Wie der bisherige Präsident mit technischen Pannen seine Wiederwahl absichert

In Uganda können Wähler stundenlang nicht abstimmen – besonders in oppositionsfreundlichen Städten. Beobachter befürchten dahinter eine Taktik des langjährigen Präsidenten Yoweri Museveni.

Publiziert: 15.01.2026, 14:10

Ein ugandischer Polizist entlädt Wahlurnen von einem Lastwagen vor einem Wahlplakat des amtierenden Präsidenten Yoweri Museveni in Kampala während der Wahlen 2026.

Ein ugandischer Polizist entlädt Wahlurnen von einem Lastwagen vor einem Wahlplakat des amtierenden Präsidenten Yoweri Museveni in Kampala.

Foto: Luis Tato (AFP)

Bei der Präsidentschaftswahl in Uganda hat es Verzögerungen gegeben. Die Abstimmung am Donnerstag wurde auch von einer seit Tagen andauernden Internetsperre begleitet, die Beobachter als antidemokratische Taktik der Regierung betrachteten. Präsident Yoweri Museveni ist seit 1986 im Amt und tritt bei der Wahl erneut an.

Einige Wahllokale blieben bis zu vier Stunden lang geschlossen, nachdem sie um 7.00 Uhr morgens hätten öffnen sollen. Die Wahlkommission begründete das mit «technischen Herausforderungen». Die Kommission forderte Wahlleute auf, mit Wahlunterlagen aus Papier zu arbeiten, damit niemand sein Wahlrecht verliere.

Vor den Wahllokalen wartende Wählerinnen und Wähler äusserten sich besorgt wegen der Verzögerungen. Umaru Mutyaba sagte, es sei frustrierend, in der Hauptstadt Kampala warten zu müssen. «Wir können nicht hier stehen und auf die Stimmabgabe warten, so, als hätten wir nichts anderes zu tun.»

Der ugandische Oppositionsführer und NUP-Präsidentschaftskandidat Robert Kyagulanyi Ssentamu, bekannt als Bobi Wine, zeigt in Kampala während der ugandischen Wahlen 2026 seinen Stimmzettel.

Ssemujju Nganda befürchtet ein Chaos bei den Wahlen.

Foto: Rian Cope (AFP)

Der prominente oppositionelle Abgeordnete Ssemujju Nganda, der auf seine Wiederwahl in der Gemeinde Kira hofft, sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe drei Stunden lang darauf gewartet, wählen zu können. Es gebe nicht nur Verzögerungen bei den Wahlunterlagen, sondern auch eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit von Geräten zur Identifizierung von Wählerinnen und Wählern. Das Ganze werde wahrscheinlich zu einer niedrigen Wahlbeteiligung in städtischen Gegenden führen, wo die Opposition viele Unterstützerinnen und Unterstützer habe. «Es wird ein Chaos geben», sagte Nganda.

Kein friedlicher Machtwechsel seit sechs Jahrzehnten

Der 81 Jahre alte Museveni tritt gegen sieben weitere Kandidaten an. Sein bekanntester Herausforderer ist der in die Politik gewechselte Musiker Kyagulanyi Ssentamu, besser bekannt als Bobi Wine. Dieser fordert einen politischen Wandel. Seit der Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft vor sechs Jahrzehnten hat es in Uganda keinen friedlichen Machtwechsel im Präsidentenamt gegeben.

Museveni und Wine sind erneut Rivalen bei einer Präsidentschaftswahl. 2021 hatte Wine vor allem junge Wählerinnen und Wähler in städtischen Gegenden angesprochen. Damals soll die Wahlbeteiligung 59 Prozent betragen und Wine 35 Prozent der Stimmen erhalten haben. Museveni soll 58 Prozent bekommen haben.

Eine Person gibt am 15. Januar 2026 in Kampala, Uganda, bei den Präsidentschaftswahlen ihre Stimme ab. Warteschlange im Hintergrund.

Eine allzu hohe Wahlbeiteiligung wird es in Uganda wohl nicht geben.

Foto: Isaac Kasamani (EPA)

Die aktuelle Wahl geht unter anderem mit Sorgen wegen mangelnder Transparenz und eines möglichen Eingreifens des Militärs sowie möglicher Wahlmanipulation in den Stimmabgabestellen einher. Die Regierung liess am Dienstag den Zugang zum Internet in Uganda sperren und verwies dabei auf angebliche Falschinformationen, angeblichen Wahlbetrug und angebliche Anstiftung zur Gewalt. Dadurch war unter anderem der Bankensektor beeinträchtigt.

Amnesty: «Brutale Unterdrückungskampagne»

Im Vorfeld der Wahlen wurden Militäreinheiten in den Strassen stationiert. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International teilte mit, Sicherheitskräfte seien an einer «brutalen Unterdrückungskampagne» beteiligt.

Das ostafrikanische Land hat etwa 45 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Nach Angaben der Wahlbehörden sind etwa 21,6 Millionen Menschen als Wähler registriert. Die Verfassung sieht vor, dass Wahlergebnisse binnen 48 Stunden nach Schliessung der Wahllokale bekanntgegeben werden müssen.

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