Der Sohn der entführten Österreicherin meldet sich in nigrischen Medien zu Wort. Die Entführung seiner Mutter müsse ein Wendepunkt sein. Eine in Südalgerien festgenommene spanische Geisel ist unterdessen wieder frei.

Zwei Frauen im historischen Zentrum von Agadez.

Zwei Frauen im historischen Zentrum von Agadez.  via www.imago-images.de

Von der im Niger entführten Österreicherin gibt es nach Angaben des österreichischen Außenministeriums und aus der Familie nach wie vor „keine offiziellen Neuigkeiten“. Die 1952 geborene Wienerin lebt seit fast drei Jahrzehnten in der Wüstenstadt und unterstützt die lokale Bevölkerung. Am 11. Jänner wurde sie von unbekannten bewaffneten Männern aus ihrem Haus in Agadez entführt.

Der Sohn der Frau meldete sich mit einem Appell in den nigrischen Medien zu Wort. Er appellierte an die Völker der Sahelzone, die Entführung zum Anlass zu nehmen, die Gewalt und die Spaltung der Gesellschaft in der Region zu überwinden. „Die Entführung meiner Mutter sollte einen Wendepunkt markieren. Dieses Ereignis symbolisiert die Dringlichkeit, einen neuen Weg zu finden, der auf Dialog, Verständnis und einer neuen gemeinsamen Geschichte für diese Region beruht“, betonte er in einer Stellungnahme, die am Sonntag auf „Aïr Info“ veröffentlicht wurde. „Die Sahelzone kann wieder zu einem Ort der Hoffnung werden, einem Raum, in dem Kulturen aufeinandertreffen, um eine vielversprechende Zukunft aufzubauen.“ Die islamistische Terrormiliz JNIM, ein regionaler Ableger der Al-Kaida, hatte eine Beteiligung an der Entführung dementiert.

Das spanische Außenministerium hat indes bestätigt, dass eine in Südalgerien entführte spanische Geisel frei ist. „Wir bestätigen, dass der Spanier, der gegen seinen Willen in Nordafrika festgehalten wurde, freigelassen wurde“, heißt es in einer Erklärung. Sezessionisten im Norden Malis hatten zuvor bekannt gegeben, dass sie den Spanier aus der Gewalt seiner Entführer befreit haben. Der Mann wurde auf dem algerischen Luftwaffenstützpunkt Boufarik erwartet.

Sie hätten den spanischen Staatsbürger, der von unbekannten Bewaffneten in Südalgerien entführt wurde, Anfang dieser Woche befreit, erklärte die Azawad-Befreiungsfront (FLA), eine Tuareg-Unabhängigkeitsgruppe, am Dienstag laut spanischer Nachrichtenagentur EFE. FLA-Sprecher Mohamed Elmaouloud Ramadane sagte, dass die spanische Geisel, die später von ihren Entführern von Algerien nach Nordmali gebracht worden war, am Montag dank der Bemühungen seiner Organisation befreit wurde. „Die Geisel hat die Nacht in Freiheit in Azawad verbracht und befindet sich in einem guten Gesundheitszustand. Sie steht unter dem Schutz von FLA und wartet auf ihre Übergabe an die algerischen Behörden“, ergänzte Ramadane in den sozialen Medien.

Die FLA zeigte sich besorgt über die jüngsten Entführungen von Ausländern in Sahel-Ländern. Dass die Entführer die spanische Geisel in das Gebiet von Azawad im Norden Malis gebracht haben, stellt nach ihrer Ansicht „einen schwerwiegenden und unzulässigen Akt dar, der darauf abzielt, das Image der friedlichen Bevölkerung“ dieser Region zu beschädigen. Die FLA verurteilte in einer Erklärung diese „kriminellen Handlungen“, die der Bereicherung grenzüberschreitender Netzwerke der Organisierten Kriminalität dienten. (APA)