Ein teilweiser Gebäudeeinsturz in der historischen Altstadt führt zum Tod zweier Kinder und wirft Fragen zur Bausubstanz in dicht besiedelten Vierteln auf.
Tétouan – In den frühen Morgenstunden des Samstags ereignete sich in der Medina von Tétouan ein folgenschweres Unglück. Nach offiziellen Angaben der örtlichen Behörden sowie der staatlichen Nachrichtenagentur MAP stürzte ein Wohnhaus teilweise ein. In dem Gebäude, das ein Erdgeschoss und zwei Obergeschosse umfasste, lebten zum Zeitpunkt des Vorfalls elf Personen aus insgesamt fünf Familien.
Rettungskräfte bergen Opfer aus den Trümmern
Unmittelbar nach dem Einsturz leiteten Sicherheitsdienste und der Zivilschutz umfassende Such- und Rettungsmaßnahmen ein. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, wurde ein zehnjähriges Kind leblos aus den Trümmern geborgen. Ein achtjähriges Mädchen konnte zunächst schwer verletzt gerettet werden, erlag jedoch kurz darauf im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Einsatzkräfte sicherten das Areal weiträumig ab, um weitere Gefahren für die dicht bebaute Nachbarschaft auszuschließen.
Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen zur Einsturzursache ein
Der Vorfall rückt die Problematik der maroden Bausubstanz in historischen Stadtkernen erneut in den Fokus. Während die genauen Hintergründe dieses spezifischen Unglücks noch ungeklärt sind, hat die zuständige Staatsanwaltschaft bereits Ermittlungen aufgenommen, um die rechtlichen Verantwortlichkeiten zu prüfen. In Marokkos Medinas stellt die Instandhaltung alter Gebäude eine kontinuierliche Herausforderung für Stadtplaner und Behörden dar, insbesondere bei hoher Wohndichte und Witterungseinflüssen. Die weiteren Untersuchungsergebnisse bleiben abzuwarten.