Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und ihr libyscher Amtskollege Abdulhamid Dbeibah haben am Donnerstag über eine Intensivierung der Energiekooperation beraten. Italien ist angesichts der Turbulenzen am Golf bestrebt, seine Energiequellen weiter zu diversifizieren.

Italien ist in hohem Maße von Energieimporten abhängig und sieht sich durch den sprunghaften Anstieg der weltweiten Treibstoffpreise infolge des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran in besonderem Maße exponiert.

‚(Die Regierungschefs) erörterten Wege zur weiteren Stärkung der bereits soliden bilateralen Zusammenarbeit, insbesondere mit Blick auf die Wirtschaftsbeziehungen und Investitionen im Energiesektor‘, teilte Melonis Büro nach den Gesprächen in Rom mit.

‚Beide Staatschefs bekräftigten zudem ihr gemeinsames Engagement beim Migrationsmanagement.‘

Libyen ist Italiens wichtigster Rohöllieferant und deckt fast ein Fünftel der gesamten italienischen Rohölimporte ab. Allerdings sanken die libyschen Gasexporte nach Italien im Jahr 2025 auf rund 1 Milliarde Kubikmeter (bcm), verglichen mit 1,4 bcm im Jahr 2024.

Dieser Rückgang war weitgehend auf angebotsseitige Engpässe in Libyen zurückzuführen – darunter die steigende Inlandsnachfrage, wiederholte Störungen der Infrastruktur und politische Instabilität -, wodurch die Greenstream-Pipeline nach Italien weit unter ihrer Kapazität betrieben wurde.

Mitglieder des einflussreichen italienischen parlamentarischen Sicherheitsausschusses besuchten Libyen Ende April und erörterten mit Dbeibah laut einer Erklärung die Bedeutung ‚verstärkter Investitionen, um eine signifikante Steigerung der libyschen Gasproduktion und folglich der Exporte nach Italien zu ermöglichen‘.

Der staatlich kontrollierte italienische Energiekonzern Eni ist seit 1959 in Libyen tätig und dort der führende internationale Betreiber. Im Jahr 2025 belief sich die Eigenproduktion auf etwa 162.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Derzeit befinden sich drei Entwicklungsprojekte in der Umsetzung, von denen zwei im Jahr 2026 anlaufen sollen.