Unterm Motto „Laufend Gutes tun“ nahmen die etwa 550 Teilnehmer des Wiesentäler Wasserlaufs (WWL) am 25. April bereits zum zwölften Mal die Strecke von der Wiesenquelle auf dem Feldberg bis zur Mündung in Basel unter die Füße – etwa 40 von ihnen die kompletten 56 Kilometer, die allermeisten eher eine, zwei oder auch mal drei der insgesamt acht Etappen.
In Geld umgemünzt wird derlei Sportlichkeit, indem jeder Wasserläufer für jeden seiner Kilometer einen Euro spendet. „Viele sind auch froh, wenn sie nicht laufen müssen – und einfach so spenden dürfen“, hielt Jürgen Ekert vom Orga-Team bei der Spendenübergabe am Mittwoch mit einem Schmunzeln fest – „darüber freuen wir uns natürlich genauso“.
Gemeinschaftserlebnis
Für die große Mehrheit allerdings ist es aber doch das sportive Gemeinschaftserlebnis in Helfer-Mission, das den WWL ausmacht, und viele von ihnen zu „Wiederholungstätern“. Sportiv, aber keines falls kompetitiv, wie Ekert in seinem Rückblick betonte. Die Teilnehmer sind als Gruppe in gleichbleibenden Tempo unterwegs, um Bestzeiten und Platzierungen geht es ausdrücklich nicht.
Viele Schüler am Start
Mit etwa 550 Läufern kratzte die Teilnehmerzahl in diesem Jahr am Rekordwert von 2019. Einen absoluten Rekord gab es sogar beim Startschuss oben auf dem Feldberg, bei dem so viele Läufer wie nie zuvor mit von der Partie waren. Und in Todtnau – Start der zweiten Etappe – gab es gleich die nächste Spitzenmarke: 270 Läufer gingen dort an den Start – auch dank den hundert Nachwuchssportlern der Gemeinschaftsschule Oberes Wiesental: „ein tolles Bild, ein Megaerlebnis“.
Zumindest in Sachen Teilnehmerzahl und Größe der Veranstaltung indes gehe es keinesfalls um die Jagd nach Superlativen, im Gegenteil: Mit etwa 550 Läufern sei das Maximum erreicht, hält Ekert fest: Für diese Zahl passen die Kapazitäten der Begleitfahrzeuge ebenso wie die zehn Minuten Erfrischungs- und Toilettenpause an den Verpflegungsposten im klar getakteten Lauf-Ablauf. „Vor allem aber würde der Lauf seinen Charme verlieren, wenn er zu groß wird.“
„Super, mega, Wahnsinn“
„Super“, „mega“, „Wahnsinn“: Die Superlative gingen Ekert beim Rückblick angesichts von Stimmung, Wetter und Teilnehmerzahl dennoch leicht über die Lippen . Und ebenso mit Blick auf die reibungslose Zusammenarbeit im bestens eingespielten Orga-Team und auf die selbstverständlichen Hilfsbereitschaft vieler weiterer Akteure, die zum Gelingen des Laufs beitragen.
Angefangen bei Feuerwehren, Gemeinden und Unternehmen entlang der Strecke, die ihre Areal als Versorgungsposten zur Verfügung stellen, über das Rote Kreuz, das den Läuferpulk begleitet, bis zu den „Pacemakern“, die ihn anführen und dafür sorgen, dass er sich im gleichmäßigen Tempo das Tal hinab bewegt.
18.500 Euro konnte das Orgateam des Wiesentäler Wasserlaufs an den Dikome/ Kamerun-Verein übergeben – vertreten durch WWL-Mitorganisator und Vereinsvorsitzenden Richard Renz (re.). Foto: Anja Bertsch
Und natürlich mit Blick auf die Spendensumme: 18.500 Euro waren es in diesem Jahr. Insgesamt kamen seit der WWL-Premiere im Jahr 2014 217.000 Euro zusammen, die komplett in den Aufbau der Wasserversorgung in Schopfheims Partnerregion Dikome in Kamerun flossen und fließen.
Für sauberes Trinkwasser
Vom Stand dieser Projekte berichtete bei der Spendenübergabe Richard Renz vom WWL-Orga-Team und als Vorsitzender des Dikome/Kamerun-Vereins. In Dikome, wo der Verein schon länger aktiv ist, geht es um Instandsetzung und Verbesserung der bestehenden Versorgung. In Lokando soll eine neue Wasserversorgung aufgebaut werden, die den Dorfbewohnern künftig das beschwerliche Heranschaffen aus entfernten Quellen mit reiner Körperkraft ersparen soll – eine Arbeit, die oftmals von Frauen und Kindern erledigt wird.
Konflikte erschweren Hilfe
War die große Distanz Deutschland– Kamerun für die Arbeit des Vereins immer schon eine Herausforderung, so wird sie durch den politischen Konflikt in dem Land seit einigen Jahren noch erschwert. Und auch die aktuelle weltpolitische Lage hat negative Auswirkungen: Die für den weiteren Ausbau nötigen Rohrleitungen finden ihren Weg derzeit nicht an ihr Ziel, und auch die Frachtkosten steigen. Diese Hindernisse freilich könnten den Verein nicht von seinem Ziel abbringen, so Renz: „Wir wollen dazu beitragen, dass das Leben der Menschen dort zumindest ein klein wenig besser wird.“
Info: Der nächste Wiesentäler Wasserlauf findet am 24. April 2027 statt.