Bei zwei Angriffen haben Dschihadisten im Zentrum Malis nach Behördenangaben mehr als 30 Menschen getötet. Die nahezu zeitgleichen Attacken auf die Ortschaften Kori Kori und Gomossogou ereigneten sich demnach am Mittwoch. Die dem Terrornetzwerk Al-Qaida nahestehende Dschihadistenmiliz JNIM reklamierte sie für sich.

Ein örtlicher Jugendvertreter sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von mindestens 35 Toten, davon 25 in Kori Kori und zehn in Gomossogou. Aus Kreisen der Sicherheitskräfte und der Verwaltung war von mehr als 30 Toten die Rede. Die westafrikanische Medienorganisation Wamaps berichtete sogar von mehr als 50 getöteten Dorfbewohnern und weiteren Vermissten.

Wie es aus Sicherheitskreisen weiter hieß, hätten sich die Angriffe gegen Angehörige der regierungsnahen Miliz Dan Na Ambassagou gerichtet. Unter den Opfern seien überwiegend Milizionäre, aber auch Jugendliche und Kinder. Wamaps zufolge wurden Dörfer geplündert und Häuser in Brand gesetzt. Die malische Armee erklärte am Donnerstag, sie habe in der Region einen „gezielten Einsatz gegen terroristische bewaffnete Gruppen“ ausgeführt und dabei etwa ein Dutzend Kämpfer „neutralisiert“.

Die Angriffe ereigneten sich gut anderthalb Wochen nach einer großangelegten Offensive der JNIM und der Tuareg-Rebellengruppe FLA gegen Stellungen der Militärregierung. Dabei wurden mehrere Städte und Ortschaften im Norden eingenommen, darunter die strategisch wichtige Stadt Kidal. Verteidigungsminister Sadio Camara kam bei einem Autobombenanschlag ums Leben.

Mali wird seit Jahren von Gewalt dschihadistischer Gruppen, separatistischer Rebellen und bewaffneter Milizen erschüttert. Nach zwei Militärputschen 2020 und 2021 steht die Junta durch die jüngsten koordinierten Angriffe zunehmend unter Druck. Nach dem Abzug westlicher Truppen im Jahr 2023 setzte die Militärregierung verstärkt auf russische Unterstützung. Bis 2023 waren auch deutsche Soldaten in Mali stationiert gewesen.