Was verbindet Villingen-Schwenningen mit der Stadt Kitwe in Sambia? Neuerdings eine Klimapartnerschaft, wie Oberbürgermeister Jürgen Roth in einer Rats-Ausschusssitzung bekanntgab. Besonders erfreut konnte der OB in diesem Zusammenhang außerdem verkünden, dass das Projekt zu 100 Prozent gefördert wird.
Die Stadt will den Aufbau der kommunalen Klimapartnerschaft mit der Stadt im südlichen Afrika gemeinsam mit dem Schwarzwald-Baar-Kreis eingehen. Die Initiative gehe auf einen Impuls aus der Zivilgesellschaft zurück und ziele auf einen praktischen Austausch im Bereich kommunaler Klimaschutz– und Klimaanpassungsstrategien ab.
Kommunale Klimapartnerschaften werden vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.
Ziel sei es, heißt es aus der städtischen Pressestelle hierzu, deutsche Kommunen und Partner im Globalen Süden zu befähigen, gemeinsam Projekte zu Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung umzusetzen. Dabei sollen Kommunen ihre Erfahrung einbringen und in langfristigen Kooperationen konkrete Projekte entwickeln.
Ein Experte ist vor Ort
Kitwe, so erläutert die städtische Sprecherin Madlen Falke weiter, ist eine Stadt mit circa 600.000 Einwohnern im Norden von Sambia. Die Region sei eigentlich durch langjährigen Kupferabbau verhältnismäßig wohlhabend, aber von dem Wohlstand komme wenig bei der Bevölkerung an.
Zu Kitwe bestehe eine Verbindung über ein Projekt von „Brot für die Welt“, in welchem ein Schwenninger Experte zurzeit seinen Entwicklungsdienst leistet.
Vorrangig soll es in der Kooperation um die Themen Abfallwirtschaft – etwa Mülltrennung und Kompostierung organischer Abfälle – und um Bereiche wie Biogas, Solarenergie, Klimawandel, nachhaltige Stadtentwicklung oder Aufforstung gehen. Aufgrund der Einsatzgebiete und um die Aufgaben zu verteilen, wollen das Landratsamt und die Stadt Villingen-Schwenningen gemeinsam aktiv werden.
Reisen und ein Kleinprojekt
Und was ist nun genau geplant? Hier nennt die Stadt zum einen gegenseitige Fachaustauschreisen und zudem ein konkretes Kleinprojekt. Hier liegt die maximale Förderhöhe bei 50.000 Euro und die Förderquote bei 90 Prozent. Der verbleibende Eigenanteil soll vorrangig über Drittmittel und Spenden gedeckt werden, sodass die finanzielle Belastung für die kommunalen Partner gering bleiben soll. Eine finanzielle Verpflichtung für die Stadt Villingen-Schwenningen entstehe zunächst nicht.
Die Förderung erfolge durch die SKEW – Servicestelle Kommunen in der einen Welt, die im Auftrag des BMZ tätig ist. Derzeit werden bei der SKEW bundesweit bereits 78 deutsche Kommunen mit Klimapartnerschaften zu Afrika, Lateinamerika und Asien gelistet.
Auch Studentenaustausch geplant
Projektbeteiligte sind Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung und der Hochschule Furtwangen sowie erfahrene ehrenamtliche Akteure aus der Entwicklungszusammenarbeit und der Abfallwirtschaft. Diese Struktur soll sowohl fachliche Expertise als auch organisatorische Begleitung gewährleisten. Im Lauf der Zeit erwarte man, weitere engagierte Personen, Firmen und Organisationen aus der Region für eine Kooperation gewinnen zu können.
Kitwe soll durch technisches und organisatorisches Know-how insbesondere in der Abfallwirtschaft profitieren. Für die regionale Wirtschaft erhofft man sich internationale Kooperationen und für den Hochschulstandort Villingen-Schwenningen verstärkte internationale Vernetzung und einen langfristig gefestigten internationalen Studentenaustausch. Zudem soll das bürgerschaftliche Engagement gestärkt werden.