Mali

In Mali hat es erneut einen schweren Angriff von Islamisten der Terrororganisation JNIM gegeben. Dabei wurden zwischen 30 und 50 Menschen getötet.

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Islamisten richteten in zwei Dörfern im Mali ein Blutbad an. Bei einem islamistischen Angriff sind laut Medienberichten zwischen 30 und 50 Menschen getötet worden. Wie die Nachrichtenseite «Maliweb» berichtete, ereignete sich der Angriff bereits am Mittwoch. Dabei hatten Kämpfer der Al-Kaida-nahen Terrorgruppe JNIM am Nachmittag die Dörfer Kori-Kori und Gomossogou in Zentralmali angegriffen.

In einer Bekanntmachung verurteilte das malische Militär die Angriffe, nannte jedoch keine Todeszahl. Eine Delegation von Verwaltungs- und Sicherheitskräften untersuche das Ausmass der Schäden und lasse den betroffenen Menschen Hilfe zukommen, berichtete «Maliweb». Auch wurde angekündigt, die Täter vor Gericht zu stellen. Der Gouverneur der betroffenen Region rief zur Ruhe auf und dazu, jede Form von Stigmatisierung, Vergeltungsmassnahmen oder Verbreitung falscher Informationen zu unterlassen.

Die Lage in Mali ist seit einer Angriffsserie von Aufständischen am 25. April besonders angespannt. Erstmals gingen dabei Separatisten der Tuareg-Bewegung «Befreiungsfront von Azawad» (FLA) mit JNIM-Kämpfern gemeinsam vor. Mindestens sechs Städte wurden attackiert, die Kämpfe gelten als die blutigsten seit 2012 (ref.ch berichtete).

Im Nachgang häuften sich Berichte über Übergriffe auf mutmassliche Angehörige der Tuareg- und Peul-Gemeinschaften. In Mali, Niger und Burkina Faso geraten diese Volksgruppen immer wieder pauschal in den Verdacht, Verbindungen zu bewaffneten islamistischen oder separatistischen Organisationen zu haben.

Malis nationale Behörde zur Bekämpfung der Cyberkriminalität reagierte daraufhin mit einem Appell, Online-Aufrufe zu Hass und Lynchjustiz zu unterlassen. Auch Junta-Chef Assimi Goïta, der Mali seit zwei Putschen 2020 und 2021 regiert, ruft in seinen Ansprachen immer wieder zu Zusammenhalt auf. (epd/ no)