Der ehemalige Präsident der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), Joseph Kabila, ist in Abwesenheit wegen Hochverrats und Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt worden. Das entschied gestern das oberste Militärgericht in der Hauptstadt Kinshasa nach einem Verfahren gegen den 54-Jährigen, der seit etwa zwei Jahren im Exil lebt.

Ex-Präsident der Demokratischen Republik Kongo Joseph Kabila

AP/Samy Ntumba Shambuyi (Archivbild)

Kabila war von 2001 bis 2019 Präsident des zentralafrikanischen Landes. Er wird für Folter und Morde an Regierungsgegnern und Unterschlagung staatlicher Gelder in großem Stil verantwortlich gemacht.

Astronomische Schadenersatzforderungen

Kabila wurde außerdem wegen Verschwörung sowie der Planung eines Regierungsumsturzes schuldig gesprochen. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Rolle des Ex-Präsidenten im aktuellen Konflikt zwischen der Regierung und der M23-Miliz, die dieses Jahr im östlichen Teil des Landes große Gebiete eroberte. Kabila hatte die Vorwürfe bestritten.

Das Gericht ordnete die „sofortige Verhaftung“ des ehemaligen Präsidenten an. Dieser lebt seit etwa zwei Jahren im Exil, unter anderem in Südafrika. Das Urteil kann erst nach seiner Rückkehr ins Land vollstreckt werden. Gegen Urteile des Obersten Militärgerichts ist keine Berufung möglich. Außerdem verurteilte das Gericht Kabila zu einer Schadenersatzzahlung in Höhe von 33 Milliarden US-Dollar (rund 28 Mrd. Euro) an den Staat sowie an die Provinzen Nordkivu und Südkivu.