Kurzfassung des Artikels:
Der 31-jährige Hanno Weber ist als neuer Pastor in Handewitt eingezogen.

Zuvor hat er als Vikar in einer deutschsprachigen Gemeinde in Namibia gearbeitet.

Er hat dort die Herausforderung angenommen, Brücken zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu bauen.

Seine offizielle Vorstellung in der Handewitter Kirche ist für Sonntag, 10. Mai, um 14 Uhr angekündigt worden.

Mehr lesen

größer alsGrößer als Zeichen

Den Preestergang, der kleine Weg, der von der Westerstraße zur Handewitter Kirche führt, kennt er schon. Mit den ersten Gemeindemitgliedern duzt er sich, und er hat die ersten Termine vor Ort wahrgenommen. Hanno Weber ist der neue Pastor im Pfarrsprengel „Nördliche Geest“ und frisch ins Handewitter Pastorat eingezogen.

Der 31-Jährige ist zurück im Norden Deutschlands, nachdem er vor wenigen Wochen noch auf der Südhalbkugel tätig gewesen ist. Er war Vikar in Namibia. Ein Staat, der erst 1990 seine Unabhängigkeit erlangte und dessen Territorium vor über 100 Jahren als Deutsch-Südwestafrika zum deutschen Kolonialbesitz gehörte.

Spuren der Vergangenheit

Als Folge dieser Historie, von Missionarstätigkeiten und weiteren Einwanderungen, leben heutzutage viele Protestanten in dem Land. Etwa 600 bis 800 Menschen gehören dem Gemeindeverband Swakopmund-Walvis Bay an. Für diese Gliederung der deutschsprachigen evangelisch-lutherischen Kirche in Namibia war Hanno Weber tätig.

Weiterlesen: Vier unter 40 mit einem großen Auftrag: Neustart der Kirche in Schleswig ohne die „alten Hasen“

In der 75.000 Einwohner zählenden Hafenstadt Swakopmund sind die Spuren der deutschen Vergangenheit vielerorts noch zu merken – sei es beim Baustil der Häuser oder in den postkolonialen Strukturen des multiethnischen Staates. Eine der Prämissen des jungen Vikars aus Deutschland lautete: „Wie kann ich helfen, Brücken zu bauen zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im Land?“ Soziale Ungleichheiten sind allgegenwärtig.

Hanno Weber wird am Sonntag, 10. Mai, in der Handewitter Kirche vorgestellt.
Foto: Jan Kirschner

Hanno Weber wird am Sonntag, 10. Mai, in der Handewitter Kirche vorgestellt.Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize

SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert

Der Naturraum ist ein ganz anderer als in Mitteleuropa. „Namibia ist ein sehr weites und schönes Land, aber auch sehr karg und dünn besiedelt“, berichtet Hanno Weber. Es dominieren Wüste oder Savanne. Lange Dürrezeiten, in denen Nutz- und Wildtiere verenden, sind keine Seltenheit. Erst kurz vor seiner Ankunft Anfang 2025 hatte die Regenzeit eingesetzt – und das Land war aufgeblüht.

In Namibia sei man sich bewusst, diesen äußeren Einflüssen des Klimas ausgesetzt zu sein, erklärt Hanno Weber. „Dennoch habe ich viel Optimismus für die Zukunft und Gottvertrauen in allen Teilen der Bevölkerung wahrgenommen.“

Auch interessant: Nächste Großansiedlung: Das entsteht auf der Baustelle an der Ellunder Straße in Handewitt

Aufgewachsen ist er in Ratzeburg, besuchte dann die Oberstufe in Lübeck, die er mit dem Abitur abschloss. Schon damals bestand ein Interesse an der Kirchenarbeit. Hanno Weber absolvierte ein neunmonatiges Praktikum im russischen Saratow. In einer lutherischen Gemeinde an der Wolga begann er mit ganz bescheidenen Sprachkenntnissen. „Aber ich konnte gleich Hand anlegen“, erzählt er mit einem Lächeln. „Ich stand am Betonmischer und verlegte mit dem Pastor den Estrich.“

Hanno Weber ist bereits in das Handewitter Pastorat eingezogen.
Foto: Jan Kirschner

Hanno Weber ist bereits in das Handewitter Pastorat eingezogen.Icon MaximizeIcon Lightbox Maximize

SchliessenX ZeichenKleines Zeichen welches ein X symbolisiert

Es wurde eine Kirche gebaut. Später hielt der Praktikant aus Deutschland auch Andachten und betätigte sich in der Jugendarbeit. Nach dieser Auslandserfahrung studierte Hanno Weber in Tübingen und Göttingen Theologie. Dann folgte die Ausbildung zum Pastor: ein zweijähriges Vikariat im holsteinischen Kisdorf. Er verlängerte um ein drittes Jahr – für den Aufenthalt in Namibia. Doch wie würde es danach weitergehen?

Über den Personalbereich der Nordkirche ließ sich Ende Januar in Erfahrung bringen, dass in Handewitt eine Pfarrstelle frei wäre. Zu einer Zeit, als in Deutschland ein knackiger Winter herrschte und sich die Menschen in Namibia über einen ergiebigen Regen freuten, führte Hanno Weber Video-Gespräche mit Pröpstin Rebecca Lenz und dem im Wedinger Pastorat wohnenden zukünftigen Kollegen Arne Gerundt.

Mit der neuen Umgebung vertraut machen

Erst Ende März landete er in Deutschland. Nur zwei Tage später war er erstmals in Handewitt. „Die Gegend und das weite Land haben meiner Frau und mir gleich gefallen“, verrät Hanno Weber. Auf der Geest wurde er vom Wahlausschuss bestätigt. Er besichtigte das Pastorat und andere wichtige Orte der Kirchengemeinde.

Bei der zweiten Stippvisite kamen schon ein paar Dinge mit in den hohen Norden. Und das dritte Mal war bereits der Einzug. „Wir haben uns auf Anhieb sehr willkommen gefühlt“, sagt Hanno Weber. Nun geht es darum, sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen, die Menschen kennenzulernen und innerhalb der Strukturen des Pfarrsprengels einige neue Ideen einzubringen. Am Sonntag, 10. Mai, wird Hanno Weber um 14 Uhr mit einem Gottesdienst in der Handewitter Kirche vorgestellt.