ANKARA – Kurz nach dem Start in der türkischen Hauptstadt bricht die Verbindung zu einem Flugzeug ab. An Bord soll ein ranghoher libyscher Militär sein, der zu einem offiziellen Besuch angereist war. In sozialen Medien kursieren Aufnahmen, die die Absturzstelle der Falcon 50 zeigen.
Rund 40 Minuten nach dem Start in Ankara ist der Kontakt zu einem Flugzeug auf dem Weg nach Tripolis verloren gegangen. Unter den fünf Insassen sei auch der libysche Generalstabschef Mohammed al-Haddad gewesen, teilte der türkische Innenminister Ali Yerlikaya auf X mit.
Der Kontakt zu dem Flugzeug vom Typ Falcon 50 sei etwa nach 40 Minuten Flugzeit abgebrochen. Zuvor sei eine Notfallmeldung eingegangen. Türkischen Medienberichten zufolge wurde der Luftraum über Ankara für Flüge gesperrt. Medien berichten über einen Absturz, auf „X“ kursieren Aufnahmen von der Unfallstelle.
Bei dem verunfallten Flugzeug soll es sich um die 9H-DFS des maltesischen Charteranbieters Harmony Jets handeln.
Libyschen Medienberichten zufolge waren neben Generalstabschef al-Haddad auch dessen Berater und weitere ranghohe Militärs an Bord der Maschine. Sie gehören der Regierung von Ministerpräsident Abdel Hamid Dbaiba mit Sitz in Tripolis an, die mit der Regierung in Ost-Libyen verfeindet ist. Tripolis hat den Absturz am Abend bestätigt.
Falcon 50 bei Ankara abgestürzt, © XSL
Al-Haddad war zu einem offiziellen Treffen in der Türkei gewesen, wie türkische und libysche Medien berichteten. Die Türkei gilt als wichtigster Unterstützer der Regierung in Tripolis.
In Libyen tobte nach dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 viele Jahre ein Bürgerkrieg. Heute ist das nordafrikanische Land, in dem Milizen und ausländische Staaten weiter um Macht und Ressourcen ringen, faktisch gespalten. Im Westen sitzt die Dbaiba-Regierung, im Osten die verfeindete Regierung von Ministerpräsident Osama Hammad, die vom abtrünnigen General Chalifa Haftar sowie von Russland unterstützt wird.
© dpa, aero.de | Abb.: Harmony Jets | 23.12.2025 21:25