Frankreichs Präsident Emmanuel Macron richtet die diplomatischen Beziehungen zu Afrika neu aus und wird dazu am 11. und 12. Mai 2026 gemeinsam mit William Ruto den Africa Forward Summit in Nairobi, Kenia, leiten. Mit dieser Strategie versucht Paris, knapp ein Jahr vor dem Ende von Macrons Amtszeit, Partnerschaften jenseits der traditionellen frankophonen Verbündeten aufzubauen.
Die Verlegung des Gipfels nach Kenia markiert eine Zäsur, da das Forum seit seinem Beginn im Jahr 1973 zum ersten Mal in einem englischsprachigen Land stattfindet. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines schwindenden Einflusses Frankreichs in Westafrika, wo Staaten wie Mali, Burkina Faso und Niger Truppen ausgewiesen haben und verstärkt mit Russland kooperieren.
Die Sahel-Staaten haben sich zudem von der Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS distanziert, um die Allianz der Sahel-Staaten zu gründen. Trotz dieser politischen Spannungen bleibt die wirtschaftliche Präsenz französischer Unternehmen laut Africa Business Insider auf dem gesamten Kontinent massiv.

Wichtige französische Unternehmensinvestitionen in AfrikaUnternehmenSektorRegion/ProjekteTotalEnergiesEnergieFlüssigerdgas in Mosambik, Öl und Gas in Angola und NamibiaEDFEnergieErneuerbare Energien in Südafrika und ÄgyptenOrangeTelekommunikationDigitalinfrastruktur in West- und ZentralafrikaAirbusLuftfahrtVerteidigungs- und Luftfahrtverträge kontinental
Die Analystin Beverly Ochieng vom Beratungsunternehmen Control Risks ordnete die Neupositionierung Frankreichs gegenüber Reuters ein.
„France appears to be repositioning itself on the continent by moving away from some of its former colonial and security partners toward countries where it has a different cultural and diplomatic footprint.“ erläuterte Beverly Ochieng, Analystin bei Control Risks.
Kenia gilt seit dem afrikanischen Klimagipfel 2023 als eine der führenden diplomatischen Stimmen in Afrika. Unter dem Thema „Afrika-Frankreich-Partnerschaften für Innovation und Wachstum“ soll der kommende Gipfel Themen wie Handel, Innovation und eine Reform der globalen Governance behandeln.

Französische Regierungsvertreter hoffen laut Africa Business Insider, dass die Zusammenkunft Frankreich als langfristigen Partner festigt. Paris steht auf dem Kontinent in wachsendem Wettbewerb mit Akteuren wie China, Russland, der Türkei, den Golfstaaten und den USA.