Ein Salon in eigenen Händen
Ende des vergangenen Jahres übergab Almasija Heße ihren Friseursalon nach 30 Jahren – an Mehret. Geplant hatte sie diesen Schritt schon lange. Seit dem 1. Januar führt die heute 30 Jährige den Salon selbst. „Das ist ein Geschenk“, sagt Almasija Heße stolz. „Du ahnst noch gar nicht, was du alles erreicht hast – das wirst du erst später wirklich verstehen.“
Einmal pro Woche frisiert Mehret ihrer Vorgängerin noch die Haare. Dabei schauen beide alte Fotos auf dem Handy an – aus der Zeit, als Almasija selbst neu in Deutschland war.
Unterstützung auch in schweren Zeiten
Es ist viel über „Wir schaffen das“ gestritten worden. Mehret Goytom Negash ist ein beeindruckendes Beispiel für Entschlossenheit und Durchhaltevermögen. Auch als sie schwer an der Lunge erkrankte und an der Uniklinik operiert werden musste, war sie nicht allein. Freundinnen und Kolleginnen aus dem Salon, der heute ihr eigener ist, standen ihr auch in dieser Zeit zur Seite.
Nur mit einer Sache hat die junge Inhaberin bis heute ihre Schwierigkeiten: dem „Kram Papier“, wie sie den deutschen Papierkram nennt. „Diese Bürokratie – für alles braucht man eine E-Mail, einen Ausdruck, einen Beleg. Das ist wirklich nicht einfach“, sagt sie und lacht.
„Aber auch das schaffe ich.“