Papst Leo XIV. hat an diesem Samstag eine Delegation von Vertretern muslimischer Bruderschaften und Gemeinschaften aus dem Senegal sowie Repräsentanten der dortigen katholischen Kirche im Vatikan empfangen. In seiner Ansprache hob er die Bedeutung dieses Treffens als Ausdruck einer tiefen Freundschaft und des gemeinsamen Engagements für eine inklusive und geschwisterliche Gesellschaft hervor.
An diesem Samstag kam Papst Leo XIV. im Vatikan mit den Mitgliedern des Verwaltungsrats der Stiftung Johannes Paul II. für die Sahelzone zusammen. In seiner Ansprache hob er die …
Mario Galgano – Vatikanstadt
Der Papst verwies auf das senegalesische Konzept der „Teranga“, das für Gastfreundschaft und Solidarität steht. Er beschrieb den Senegal als ein Land lebendiger familiärer Bindungen und friedlicher Koexistenz zwischen Christen, Muslimen und Anhängern anderer Traditionen. Dieser „Schatz der Brüderlichkeit“ stelle ein kostbares Gut dar, das nicht nur für die senegalesische Nation, sondern für die gesamte Menschheit von Bedeutung sei und sorgfältig bewahrt werden müsse.
Herausforderungen durch Extremismus und soziale Krisen
Mit Sorge blickte das Kirchenoberhaupt auf die anhaltenden bewaffneten Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent, die zu humanitärer Not, tiefen Ungleichheiten und einem besorgniserregenden Anstieg des gewaltbereiten Extremismus führten. Er thematisierte zudem die wachsende Zahl von Migranten und Flüchtlingen sowie Hassreden, welche das soziale Gefüge vergifteten. In diesem instabilen Umfeld seien die Werte des interreligiösen Dialogs ein unverzichtbares Mittel, um Spannungen abzumildern und einen dauerhaften Frieden zu stiften. Diplomatie und Politik müssten sich auf moralische Kräfte stützen, um Radikalisierungen vorzubeugen und eine Kultur des gegenseitigen Respekts zu fördern.
Die Audienz im Vatikan (@VATICAN MEDIA)
Gemeinsame Verantwortung gegen Instrumentalisierung
Papst Leo XIV. betonte die gemeinsame Überzeugung von Christen und Muslimen, dass jeder Mensch eine gottgegebene Würde besitze, die durch kein menschliches Gesetz entzogen werden dürfe. Er rief dazu auf, jede Form von Diskriminierung und Verfolgung aufgrund von Rasse oder Religion zu verurteilen. Besonders deutlich lehnte er die Instrumentalisierung des Namens Gottes für militärische, wirtschaftliche oder politische Zwecke ab. Er wiederholte seine Warnung vor jenen, die Religionen für finstere Zwecke missbrauchten, und betete darum, dass der Mut zum Dialog und zur Geschwisterlichkeit die Furcht vor Unterschieden überwinden möge.
Die Audienz im Vatikan (@VATICAN MEDIA)
Hintergrund der Delegation
Bei den Gästen handelt es sich um eine hochrangige Delegation aus dem Senegal, die sich aus Vertretern der großen muslimischen Bruderschaften – darunter die Muriden und Tidjaniten – sowie Bischöfen der katholischen Kirche des Landes zusammensetzt. Der Senegal gilt in Westafrika als ein Musterbeispiel für den sozialen Frieden zwischen der muslimischen Mehrheit (etwa 95 Prozent der Bevölkerung) und der christlichen Minderheit. Die Delegation besucht den Vatikan, um die traditionell engen Bande der Zusammenarbeit zu stärken, die im Senegal durch gegenseitige Besuche zu religiösen Festen und gemeinsame soziale Initiativen geprägt sind.
(vatican news)