Steve Mounié hat einen großen Traum. Der Stürmer des FC Augsburg möchte sich mit seinem Heimatland Benin für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 qualifizieren. Die findet in den USA, Kanada und Mexiko statt. Am Freitag hat der 30-Jährige, der im Alter von vier Jahren mit seinen Eltern nach Frankreich kam, selbst dafür gesorgt, dass die rund 15 Millionen Einwohner in dem westafrikanischen Staat weiter von der WM träumen können. Beim 1:0-Heimsieg gegen den Tabellenletzten Simbabwe erzielte Mounié in der 77. Minute mit einem wuchtigen Kopfball den Siegtreffer. Nach dem siebten Spieltag liegt Benin nun mit elf Punkten hinter Tabellenführer Südafrika (16 Zähler) auf Platz zwei, einen Punkt vor dem Dritten Nigeria. Am Dienstagabend trifft Benin zu Hause auf Lesotho.
Die Sieger der neun Gruppen sind für die WM fix qualifiziert, die vier punkbesten Zweiten spielen ein Miniturnier aus, wer dann in den interkontinentalen Play-offs noch um ein Ticket spielen darf. Die Chancen auf die direkte Qualifikation sind gering, doch Mounié kämpft um seinen Traum.
Steve Mounié wurde vor dem Spiel gegen den FC Bayern München freigestellt
Ob er nach der Länderspielpause auch weiter um seinen Platz im Augsburger Bundesligakader kämpfen wird, ist hingegen unwahrscheinlich. Denn Mounié und der FCA werden wohl getrennte Wege gehen. Saß der 1,89 Meter große Offensivspieler zum Bundesliga-Auftakt gegen den SC Freiburg noch 90 Minuten auf der Bank, fehlte er gegen den FC Bayern München. Er sei für Vertragsgespräche freigestellt, hieß es während des Spiels.
Zuvor soll man sich dem Vernehmen nach mit dem französischen Erstligisten Angers SCO einig gewesen sein, Mounié auszuleihen. Angers wollte mit der Leihe den Abgang von Stürmer Estéban Lepaul kompensieren, der ligaintern zu Stade Rennes gewechselt war, doch dann kam alles anders. Da Angers TV-Einnahmen wegbrachen, wie der Klub in einer offiziellen Stellungnahme mitteilte, sei es nicht möglich, Mounié zu verpflichten. Hektisch wurde dann von Beraterseite noch versucht, vor Ende des Transferfensters am 1. September einen anderen Klub zu finden. Bisher vergebens.
Doch jetzt scheint sich ein Abnehmer in der Türkei gefunden zu haben. Dorthin, in die Süper Lig, sind Transfers noch bis 12. September möglich. Wie mehrere türkische Medien vermelden, soll der Erstligist Alanyaspor starkes Interesse an Mounié haben. Ob Mounié am Ende den FCA wirklich noch verlassen wird, wird sich wohl erst nach seiner Rückkehr von der Nationalmannschaft entscheiden.
Fakt ist aber: auch unter dem neuen Trainer Sandro Wagner hat der Stürmer wohl keine Perspektive. Dabei zählte Mounié doch eigentlich zu den Gewinnern der Vorbereitung. Er war der treffsicherste Stürmer in der Vorbereitung. Und als ihn Wagner beim DFB-Pokalspiel in Halle in die Startelf beorderte und Mounié beim 2:0-Sieg noch den Führungstreffer erzielte, schien sich die Geduld von Mounié auszuzahlen.
FC Augsburg bot Mounié einen Drei-Jahres-Vetrag
Denn sein Wechsel im Sommer 2024 von Stade Brest zum FCA stand bisher unter keinem guten Stern. Mit Brest hätte der frisch gebackene Familienvater in der Champions League spielen können, doch der FCA hatte mit einem gehobenen Gehalt und vor allem mit einem Drei-Jahres-Vertrag die besseren Argumente.
Doch FCA-Trainer Jess Thorup hatte in seiner defensiven Spielauslegung wenig Verwendung für den „Box-Stürmer“, der seine Stärken im Strafraum und bei hohen Bällen mit seinem Kopfballspiel hat. Im Winter wäre er gerne zum 1. FC Köln gegangen, doch der FCA ließ die Leihe platzen, als sich Mergim Berisha verletzte. Mounié blieb und erst am 32. Spieltag bei der 1:3-Niederlage gegen Holstein Kiel erzielte er seinen ersten Bundesliga-Treffer.
FCA-Stürmer Samuel Essende muss gegen den FC St. Pauli aussetzen
Unter Sandro Wagner schien er aufzublühen. Allerdings traf Mounié meistens, wenn der FCA spielbestimmend war, und er mit Flanken und Anspielen im und am Strafraum gefüttert wurde. Ein Spiel, das der FCA in der Bundesliga eher selten aufziehen kann. Darum sind drei Stoßstürmer einer zu viel. Wagner setzt lieber auf Phillip Tietz und Samuel Essende, die mit ihrer Zweikampfhärte und ihrem Anlaufverhalten wohl Vorteile gegenüber Mounié haben. Essende hat seine Rotsperre in der Bundesliga nach der Partie beim FC St. Pauli abgesessen und steht dann wieder zur Verfügung. Für Mounié wird dann wohl kein Platz mehr sein.