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Ompundja – Namibias weltbekannter Landrat Adolf Hitler Uunona macht Ernst mit seinem Kurswechsel, künftig auf „Hitler“ zu verzichten. Der „Namibia-Hitler“ zeigte BILD nun seinen Personalausweis.
Uunona kämpferisch zu BILD: „Ich heiße nicht mehr Adolf Hitler. Mein Personalausweis wurde verändert und trägt nirgends den Namen ‚Hitler‘.“ Das soll nun jeder sehen.

Der Personalausweis von „Namibia-Hitler“: Er heißt jetzt nur noch „Adolf Uunona“
Foto: Privat
Sein Umfeld habe sich bereits angepasst, beteuert Uunona. Der Politiker zu BILD: „Früher nannten mich die Leute Adolf Hitler. Aber das ist nicht mehr der Fall.“ Seine Frau nenne ihn schlicht „Adolf“.
Wahr ist aber auch: Der „Namibia-Hitler“ gilt auch in seiner Heimat als bekanntester Landrat der einst reichsdeutschen Ex-Kolonie („Deutsch-Südwest“, bis 1915). Er dürfte seinen Beinamen, den er als Kind ganz normal fand, dort so schnell nicht loswerden.

Landrat Adolf Uunona (l.) tritt künftig ohne den Namen Hitler auf
Foto: Oshana Regional Council

Elia Irimari (r.) war als Oshana-Gouverneur langjähriger Boss von „Namibia-Hitler“ Uunona, scherzte gern über dessen Namen – hier mit BILD-Reporter Sebastian Geisler
Foto: Sebastian Geisler
▶︎ Als BILD im vergangenen Jahr in Windhuk Oshanas Gouverneur Elia Irimari um einen Termin beim „Ehrenwerten Landrat Adolf Uunona“ bat, antwortete dieser: „Hitler!“ – und lachte. Solche Scherze vom eigenen Chef und den Swapo-Genossen gehen Uunona inzwischen auf den Keks.
▶︎ Der Namibian Broadcasting Corporation sagte Uunona, es sei „unglücklich“, dass er immer wieder habe deutlich machen müssen, dass er keine Verbindung zu Diktator Adolf Hitler und Nazi-Deutschland habe. Dass Medien ihn „Adolf Hitler“ nannten und gar entsprechend bebilderten, geschehe aus „Sensationslust“ und „zur Unterhaltung“. Damit soll jetzt Schluss sein.
Fakt ist: In BILD hatte Uunona 2020 von vornherein klargestellt, dass er KEIN Nazi ist.
Über Jahre hatte Uunona darauf beharrt, es sei bürokratisch zu aufwendig, seinen zweiten Vornamen „Hitler“ zu tilgen („steht in allen Dokumenten“). Warum der Sinneswandel? Uunona zu BILD: „Ich möchte nicht, dass jemand mich mit Namen assoziiert, die meinen politischen Ambitionen in diesem Moment hinderlich sein könnten.“
„Namibia-Hitler“ erringt überragenden Sieg
Politisch hat sein Name ihm nicht geschadet. Am Donnerstagabend stand fest: Adolf Uunona hat erneut gesiegt, diesmal sogar mit 89,6 Prozent (zuvor 84,88). Er kann bis 2030 regieren. 26 Jahre insgesamt!

Bei der vergangenen Wahl stand Adolf Hitler Uunona noch mit ganzem Geburtsnamen auf dem Wahlzettel
Foto: ECN Namibia
Der Wahlsieger freue sich, dass die Wahl „ohne Bevorzugung, Benachteiligung oder Einschüchterung“ abgelaufen sei. Wahlbeobachter haben daran allerdings Zweifel. Grund: Die Wahlkommission hatte die Kandidatenlisten erst kurz vor dem Wahltag veröffentlicht. Viele Wähler erfuhren erst in der Kabine, wer zur Wahl stand!
Auch wurde der Wahltag erst kurzfristig zum Feiertag erklärt. Für viele Namibier, die oft Hunderte Kilometer in ihren Heimatkreis anreisen müssen, ein Problem. Entsprechend niedrig war die Wahlbeteiligung. Kritiker wittern Manipulation zugunsten von Ex-„Hitlers“ Partei Swapo. Die sorgt sich selbst über die geringe Mobilisierung. Mitarbeit: Hileni Nembwaya

Die Namibian Broadcasting Corporation berichtete mit „Funkhaus Namibia“ auf Deutsch über die Wahl, die den „Namibia-Hitler“ zum Sieg führte. nbc-Journalisten sagte Uunona, die Aufmerksamkeit sei „unglücklich“
Foto: Funkhaus Namibia

Wähler stehen Schlange an einem Wahllokal in Namibias Hauptstadt Windhuk
Foto: Dirk Heinrich/AP/dpa