
Bei der ersten Radsport-WM in Afrika hat sich die Kanadierin Magdaleine Vallieres Mill ihren bisher größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere gesichert. Antonia Niedermeier musste sich im Straßenrennen spät geschlagen geben und landete als beste Deutsche auf dem 6. Platz.
Bei der Tour de Fance Femmes hatte Vallieres Mill noch den 18. Platz belegt, am Samstagnachmittag krönte sich die Radsportlerin völlig überraschend mit dem WM-Titel. Nach einem elfmal zu bewältigenden Rundkurs mit einer Distanz von 164,6 Kilometern in der hügeligen Hauptstadt Kigali skandierten ihre Teamkolleginnen im Ziel ungläubig „Best of the world (Beste der Welt)“ und auch die Siegerin konnte ihren Triumph noch nicht richtig fassen.
„Ich kann es nicht glauben. Natürlich habe ich von so einem Moment geträumt, die WM war ein großes Ziel von mir in diesem Jahr“, berichtete die 24-Jährige ihre Gefühlslage im Zielinterview. Auch die Deutsche Franziska Koch freute sich für ihre Freundin: „Wir hatten eine Wette, wer unter die besten zehn fährt, muss einen Kuchen backen. Ich glaube, da muss ich einen ganz schön großen Kuchen backen.“ Die 25-Jährige hatte vor dem Rennen ebenfalls auf eine Medaille gehofft, war über ihren 12. Platz am Ende dennoch zufrieden.
Vallieres Mill mit dem größten Erfolg ihrer Karriere
„Mit dieser Siegerin hat, glaube ich, keiner gerechnet“, zeigte sich die Deutsche Liane Lippert nach dem Rennen am Sportschau-Mikrofon ebenfalls überrascht. Das deutsche Rad-Team blieb nach dem Straßenrennen der Frauen bei den Weltmeisterschaften in Ruanda damit weiter ohne Medaille. Niedermeier, Koch und Lippert waren lange Teil der Spitzengruppe, einige Kilometer vor dem Ende am Kigali Golf mussten die Deutschen nacheinander abreißen lassen.
Niedermaier klagte auf den letzten beiden Runden über starke Bauchkrämpfe: „Ich habe aber immer weitergekämpft, deshalb bin ich ganz glücklich mit dem sechsten Platz“. Auch Kollegin Lippert hatte Probleme mit Überkeit und stieg sogar vorzeitig aus dem Rennen aus: „Ich weiß nicht, ob es das Gleiche war, aber mehrere im Feld hatten das gleiche Problem wie ich.“
Favoritinnen verpassen das WM-Podest
Drei Kilomter vor dem Ziel waren noch drei Frauen an der Spitze, darunter keine der großen Favoritinnen, sondern die Spanierin Mavi Garcia, Niamh Fisher-Back aus Neuseeland und Vallieres Mill. Auf knapp 1.800 Metern Höhe setzte sich die Radsportlerin vom Team EF Education-Oatly mit ihrem starken Antritt am Berg von ihren Konkurrentinnen ab und hielt den Vorsprung bis in das Ziel.
Das Podest komplettierten Fisher-Black (+00:23) und Mavi (+00:27). Die eigentlichen Favoritinnen Demi Vollering aus den Niederlanden kam als Siebte ins Ziel, Tour-de-France-Siegerin Pauline Ferrand-Prévot aus Frankreich fuhr auf Platz 16.