Die sich verschlechternde Sicherheitslage in der
afrikanischen Sahelregion hat nach den Worten von UN-Generalsekretär
António Guterres eine humanitäre Notlage zur Folge. Diese sei »durch
zunehmende Gewalt gegen Zivilisten, weitreichende Vertreibungen und
wachsende Ernährungsunsicherheit gekennzeichnet«, sagte Guterres vor der Presse in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Guterres
leitete dort als Co-Vorsitzender eine Konferenz der Afrikanischen Union
und der Vereinten Nationen.
Die Lage habe sich seit einer neuen
Angriffswelle bewaffneter Gruppen auf die Militärregierung in Mali Ende
April »erheblich verschlechtert«, teilte Guterres mit. In Mali hatten die
dem Terrornetzwerk Al Kaida nahestehende Dschihadistenmiliz JNIM und die
Tuareg-Gruppe FLA am 25. und 26. April gemeinsam wichtige Städte
angegriffen und den Verteidigungsminister des Landes getötet.
Guterres ruft zu Dialog und Zusammenarbeit auf
Die Sicherheitslage habe sich seit der
»operativen Allianz« der Dschihadisten und Tuareg-Rebellen
verschlechtert, betonte Guterres. Er rief zum Dialog und zur
Zusammenarbeit zwischen den Ländern der Region auf, um »gewalttätigen
Extremismus und Terrorismus« zu bekämpfen.
Die ehemalige französische Kolonie Mali hat,
ebenso wie Niger und Burkina Faso, die französischen Truppen
ausgewiesen. Die westafrikanischen Staaten haben mit der Konföderation
der Sahelstaaten ein eigenes Bündnis gegründet. Alle drei Länder werden
von einer Militärjunta regiert, die sich zwischen 2020 und 2023 an die
Macht putschten.
Seit dem 30. April haben die Dschihadisten
mehrere wichtige Zufahrtswege zur malischen Hauptstadt Bamako blockiert,
die – wie der Rest des Binnenstaates – auf Importe über den Landweg
angewiesen ist. Bei den Angriffen wurden mehrere Menschen
getötet.
Dschihadisten in Mali
Dschihadisten in Mali :
Der Rückschlag