Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo ist erneut Ebola ausgebrochen. Das Afrikanische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (Africa CDC) bestätigte den Ausbruch am Freitag. Demnach ist die Provinz Ituri an der Grenze zu Uganda betroffen. In der Provinz operieren Milizen der dschihadistischen Allied Democratic Forces (ADF) und verüben immer wieder Massaker. In Kooperation mit der kongolesischen Armee gehen auch ugandische Streitkräfte gegen die Milizen vor.

Erst Mitte April starben 69 Menschen in der Region bei einem Angriff einer anderen Miliz, der Codeco, die vor ihrer Mutation zu einer bewaffneten Rebellenbewegung eine einflussreiche landwirtschaftliche Kooperative war. Anfang April schlug die ADF zu und tötete 43 Menschen im Gebiet Mambasa in Ituri. Nicht zuletzt wegen dieser Angriffe ist das Gesundheitswesen in der Region ohnehin stark geschwächt.

Gesundheitswesen in der Provinz durch Kämpfe geschwächt

Dazu kommt, dass die Provinz für viele humanitäre Hilfsorganisationen eine No-Go-Area ist, weil es einfach zu gefährlich ist. Sarah Easter, Krisenreporterin der Hilfsorganisation CARE, berichtete der APA beispielsweise, dass etwa die Umgebung der Stadt Komanda in der Provinz ein „Death Corridor“ ist. Männer, die sich in ihren Dörfern blicken lassen, riskieren erschossen zu werden. Frauen werden oft zuerst vergewaltigt, um anschließend ebenso getötet zu werden.

In der Region gibt es immer wieder Ebola-Ausbrüche, zuletzt im Herbst des Vorjahres in der Provinz Kasai im Süden des Landes an der Grenze zu Angola. Die dichten Tropenwälder des Kongo gelten als natürliches Reservoir für das Ebola-Virus. Es verbreitet sich durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten einer infizierten Person. Zu den Symptomen gehören Schwächegefühl, Muskelschmerzen, Kopf- und Halsschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Im Frühjahr 2025 kam es im Nachbarland Uganda zu einem Ebola-Ausbruch.