TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen

Mit Herz und Leidenschaft statt mit Karriereplan!

Zum Auftakt der Länderspielpause überraschte Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) mit deutlichen Worten über junge „Zwei-Nationen-Kicker“, die für Deutschland, aber auch für andere Länder spielen können.

Nagelsmanns klare Ansage: „Du musst stolz sein, für dein Land zu spielen. Ich will nur die überzeugen, wo ich das Gefühl habe, die fühlen auch, für Deutschland zu spielen.“ Bei seiner Rede schlägt sich Nagelsmann mehrmals aufs Herz.

Mehr zum Thema

Hintergrund: Die Entscheidung vom in Berlin geborenen Leverkusen-Star Ibrahim Maza (19), für Algerien spielen zu wollen. Der Shootingstar (kickte in etlichen DFB-Jugendteams, hat einen algerischen Vater) hatte das am Wochenende so begründet: „Deutschland hat großartige Spitzenspieler auf dieser Position. Es wäre sehr schwer für mich, dort zu spielen. Ich dachte, auf der Position des Spielmachers wäre es sehr schwierig, Spielzeit zu bekommen. Mein Ziel war es, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen. Auf dieser Position, mit Spielern wie Musiala, Wirtz und anderen, dachte ich, dass ich – rein sportlich betrachtet – bessere Chancen hätte, mit Algerien bei der Weltmeisterschaft zu spielen.“

Einerseits verständlich – aber Nagelsmann wünscht sich ein anderes Denken! Auf Nachfrage von BILD, ob er die Entscheidung nachvollziehen könne, dass Maza wegen Musiala und Wirtz lieber für Algerien spielt, holt der Bundestrainer aus: „Das Thema werden wir noch öfter haben. Er ist ein sehr guter Spieler. Wir akzeptieren seine Entscheidung. Nationalmannschaft hat nichts damit zu tun, dass ich als Spieler das Gefühl habe: ‘Will ich da spielen, oder will ich da nicht spielen.‘ Es geht darum, ob ich stolz bin, für das Land zu spielen oder nicht. Und nicht darum, ob ein Musiala da spielt oder ein Wirtz. Ich bin stolz darauf, für mein Land zu spielen.“

Maza bejubelt seinen Treffer gegen Heidenheim am Samstag

Maza bejubelt seinen Treffer gegen Heidenheim am Samstag

Foto: Getty Images

Nagelsmann weiter: „Die Dimension, in der Nationalmannschaft Kaderplatz 9 oder 16 zu haben, muss eine andere Denkweise sein als im Verein. Man muss für das Land trotzdem stolz darauf sein, zu spielen.“

Nagelsmann wendet sich damit an alle Spieler, die das in Zukunft betrifft: „Wir kommen immer wieder dahin, dass wir viele Spieler haben, die für viele Nationen spielen zu können. Ich will aber auch nur die überzeugen, die es fühlen, für Deutschland spielen zu wollen. Sonst macht es keinen Sinn. Wir sind ein Verband, die Vertretung des Landes auf fußballerischer Ebene. Wenn Maza für Algerien spielen will und sein Herz es ihm mitteilt, soll er es machen. Da bin ich der Letzte, der ihn überzeugen will. Es ist schade, weil er ein fußballerisch gutes Talent ist. Aber Nationalmannschaft ist mehr als Fußball. Herz, Emotionen und alles, was dazugehört.“

Klingt so, dass ihm bei Maza die Karriere-Überlegungen zu sehr im Vordergrund standen…

Charakter-Frage?: Verwunderung über DFB-Kader

Quelle: BILD08.11.2025